London 1950: Die vierköpfige Familie Drake lebt glücklich und zufrieden in ihrer bescheidenen Behausung. Die überaus hilfsbereite und beliebte Mutter Vera arbeitet für kleines Geld als Putzfrau, ihr Mann Stan ist Mechaniker und die beiden erwachsenen Kinder Sid und Ethel verdienen bereits ihr eigenes Geld. Doch niemand ahnt, dass Vera gelegentlich in eine vollkommen andere Rolle schlüpft: Im Geheimen führt sie bei jungen, verzweifelten Frauen Schwangerschaftsabbrüche durch, ohne aber einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Doch eines Tages misslingt ein Eingriff und alles fliegt auf...

Bereits 1988 schlüpfte die französische Charakterdarstellerin Isabelle Huppert in Claude Chabrols Drama "Eine Frauensache" in die Rolle einer sogenannten Engelmacherin, die im Frankreich des Vichy-Regimes den Frauen beim Schwangerschaftsabbruch half. 2004 nahm sich der britische Regissseur Mike Leigh eines ähnlichen Stoffes an und taucht in seinem Sozialdrama eindrucksvoll in das London der Fünfzigerjahre ein. In der Rolle der Engelmacherin Vera glänzt Imelda Staunton, die für ihre brillante schauspielerische Leistung der herzensgutem Vera unter anderem mit dem europäischen Filmpreis 2004 und dem Coppa Volpi in Venedig ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus gab's für sie 2005 eine Golden-Globe- und eine Oscar-Nominierung als beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch "Vera Drake" ging in Venedig nicht leer aus, der Goldene Löwe war der gerechte Lohn für Leighs Regiearbeit, die 2005 sowohl für den Oscar als bester Film als auch für den Oscar als bestes Original-Drehbuch nominiert wurde.

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