April 1945, wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges. 20 Juden aus Ungarn werden von SS-Obersturmbannführer Schöndorf durch das östliche Österreich in Richtung KZ Mauthausen getrieben. Als die Befehlskette der SS reißt, verzögert sich der Marsch. Die Gruppe muss in einer Scheune unterschlüpfen, während Schöndorf auf weitere Anordnungen wartet. Die Bewachung der Gefangenen überlässt er einem Dorfpolizisten. Als eine Bäuerin aus Mitleid in die Scheune schleicht und dort für die Versorgung der Inhaftierten sorgt, wollen diese ihr danken. Einer der Häftlinge, ein Opernsänger aus Budapest, entwickelt die absurde Idee, mit seinen Mitgefangenen die Operette "Wiener Blut" einzustudieren ...

Filmemacherin Elisabeth Scharang hat hier gemeinsam mit den Autoren Peter Turrini und Silke Hassler deren Volksoperette "Jedem das Seine" filmisch umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Regisseurin, die sich in Filmen und Dokumentationen wie "Mein Mörder" (2005) und "Schweigen und Erinnern" (1998) bereits mit der NS-Zeit in Österreich auseinander gesetzt hat, hat das ernste Thema der sogenannten "Todesmärsche" mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor angepackt und genau den richtigen Ton getroffen. Hauptdarstellerin Ursula Strauss erhielt für ihre schauspielerische Leistung 2012 den Österreichischen Filmpreis. In der Alpenrepublik ist Strauss unter anderem für ihre Rolle in der erfolgreichen Polizei-Fernsehserie "Schnell ermittelt" bekannt.

Foto: Eclipse