Als Adé fünfzehn ist, wird sein Vater in Nigeria ermordet. Daraufhin zieht er zusammen mit seiner deutschen Mutter und seinen Geschwistern nach Deutschland. Als D-Flames Probleme mit seiner Mutter eskalieren, kommt er in ein Heim. Dort beginnt er seine Gangsterkarriere. Dagegen bricht die DDR und ihr Traum vom roten Halstuch der Thälmann-Pioniere zusammen, als Mamadee zehn Jahre alt ist. Alle drei Protagonisten entstammen multinationalen Familien und mussten ohne Ihre Väter erwachsen werden. Sie sind Deutsche und fühlen sich doch nichtganz zu Hause in diesem Land. Durch ihr exotisches Aussehen werden sie als "anders" wahrgenommen und fühlen sich nie richtig zugehörig. Doch für alle drei ist die Musik ein Ventil, um ihr Leben zu reflektieren und ihre besondere Problematik zu thematisieren: Adé ist heute Musiker, D-Flame Rapper und Mamadee Sängerin.

Filmemacher Sven Halfar porträtiert die drei Musiker, erzählt ihre persönlichen Geschichten, ihre Integrationsprobleme und lässt auch Familienangehörige zu Wort kommen. Die drei Protagonisten trafen sich erstmals, nachdem der Farbige Alberto Adriano in einem Dessauer Park von drei Jugendlichen erschlagen wurde. Über 20 der bekanntesten afrodeutschen Musiker schlossen sich daraufhin zu dem Bandprojekt "Brothers Keepers" zusammen, spielten die Maxi Adriano (Letzte Warnung) und das Album "Lightkultur" ein, an dem sich auch das weibliche Pendant "Sisters Keepers" beteiligte. Sie zogen durch ostdeutsche Schulen, um selbst mit den Kids zu sprechen. Halfar mixt die Geschichte seiner drei Hauptdarsteller mit der Geschichte von "Brothers Keepers". So entstand ein Film über eine lange Heimkehr, ein Erwachsenwerden unter erschwerten Bedingungen, geprägt vom Hin und Hergerissensein zwischen den Kulturen.

Foto: Movienet