Little Rock (Abigail Breslin), Wichita (Emma Stone), Tallahassee (Woody Harrelson) und Columbus (Jesse Eisenberg, von links) durchstreifen ein postapokalyptisches Amerika.
Die Gang aus der spaßigen Horrorkomödie "Zombieland" kehrt zurück und nimmt es erneut mit blutrünstigen Bestien auf.

Zombieland: Doppelt hält besser

KINOSTART: 07.11.2019 • Actionkomödie • USA (2019) • 99 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Zombieland 2: Double Tap
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
USA
Laufzeit
99 Minuten

Filmkritik

Mit Spaß durch die Apokalypse
Von Christopher Diekhaus

Zehn Jahre nach dem Erfolg der launigen Horrorkomödie "Zombieland" schickt Ruben Fleischer seine chaotische Reisetruppe wieder durch verheerte Landschaften. Fans des ersten Films kommen auch in "Zombieland: Doppelt hält besser" auf ihre Kosten.

In Zombieland, wie die Vereinigten Staaten nach dem Ausbruch einer wild um sich greifenden Virusepidemie genannt werden, ist niemand vor den blutrünstigen Infizierten sicher. Das bekommt gleich zu Anfang der Fortsetzung des Erfolgsfilms aus dem Jahr 2009 auch die altehrwürdige Frau aus dem Logo des Filmstudios Columbia Pictures zu spüren. Sie wird von rasenden Bestien attackiert. Ein netter, kleiner Gag, der zeigt, worauf es den Machern rund um Regisseur Ruben Fleischer ("Venom") vor allem ankommt: Während die Fernsehserie "The Walking Dead" die Zombie-Apokalypse in düstere Farben taucht, inszeniert "Zombieland: Doppelt hält besser" den Untergang der Menschheit als lustvoll überdrehten Roadtrip.

Zehn Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils quartieren sich die zu einer schlagkräftigen Gemeinschaft zusammengewachsenen Überlebenden Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) im inzwischen leerstehenden Weißen Haus ein und leben dort fast wie eine richtige Familie.

In dieser Atmosphäre ringt sich der stets unsichere Columbus dazu durch, seiner Freundin Wichita einen Heiratsantrag zu machen. Sie fühlt sich davon überrumpelt und bringt ein "Ja" nicht über die Lippen. Schlimmer noch: Aus Angst vor zu viel Nähe sucht sie mit ihrer kleinen Schwester Little Rock, die ihrerseits genervt ist von Tallahassees väterlicher Fürsorge, kurzerhand das Weite. Als das Nesthäkchen einige Zeit später mit einem pazifistischen Hippie durchbrennt, schließen sich Wichita, Columbus und Tallahassee doch wieder zusammen, um nach Little Rock zu suchen. Begleitet werden sie von der aufgekratzten Madison (Zoey Deutch), Columbus' neuer Freundin.

Das erzählerische Muster von "Zombieland: Doppelt hält besser" ist aus dem Ursprungsfilm bekannt. Abermals fahren die natürlich grundverschiedenen Protagonisten durch die Gegend. Und dabei macht sich das Drehbuch nicht die Mühe, den episodenhaften Charakter der Abstecher und Zombie-Zusammenstöße zu verschleiern. Trotz einiger markanter Eigenschaften bleiben die Figuren Stereotype ohne sonderlich spannende Entwicklungsbögen. Dass man sie dennoch liebgewinnen kann, liegt an den einmal mehr spielfreudigen Darstellern, die das Ganze auf eine höhere Stufe heben.

Jesse Eisenberg füllt den Part des sich an skurrile Überlebensregeln klammernden, das Geschehen kommentierenden Neurotikers gewohnt souverän aus. Woody Harrelson setzt als harter Mann der Truppe regelmäßig amüsante Akzente. Und Emma Stone überzeugt mit einem schwungvollen, erfrischend sarkastischen Auftritt. Einzig Abigail Breslin kann sich nicht in den Vordergrund drängen, da ihre Figur Little Rock keine einprägsamen Augenblicke geschenkt bekommt. Für Farbtupfer sorgt nicht zuletzt Neuzugang Zoey Deutch in der Rolle der naiven Madison, deren Einfalt der Film jedoch zu häufig für platte Witze ausbeutet.

Wo andere Zombie-Werke gesellschaftskritische Seitenblicke wagen, stellt "Zombieland: Doppelt hält besser" alles unter das Motto "Spaß". Wiederholt versandet ein allzu offensichtlicher Gag. Mehrfach schaffen es Regie und Drehbuch aber auch, Situationen mit handfester absurder Komik aufzuladen. Hervorstechend ist besonders eine Sequenz, in der Columbus und Co. auf eine Art Doppelgänger-Truppe treffen. Für Lacher wird überdies ein aus dem Vorgänger fortgeführter Scherz sorgen, der bis in den Abspann des Sequels hineinreicht.

Das heruntergekommene Szenenbild sieht glaubhaft apokalyptisch aus. Die Actionszenen sind zackig inszeniert, und die blutigen Make-up-Effekte dürften Fans derber Horror-Einlagen erfreuen. Dem Subgenre der Zombie-Komödie verpasst der Film zwar keine Frischzellenkur und schießt in einigen Momenten deutlich am Ziel vorbei. Als kurzweiliger, anspruchsloser Zeitvertreib macht der Untergangsquatsch allerdings eine ordentliche Figur.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller
Längst den Kinderschuhen entwachsen: Abigail Breslin
Abigail Breslin
Lesermeinung
Schauspieler Jesse Eisenberg.
Jesse Eisenberg
Lesermeinung
Schauspieler Woody Harrelson.
Woody Harrelson
Lesermeinung

Neu im kino

Benedetta
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Gunpowder Milkshake
Actionfilm • 2021
prisma-Redaktion
House of Gucci
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Das estnische Winterabenteuer "Weihnachten im Zaubereulenwald" besticht nicht nur mit einer rührenden Geschichte rund um Natur- und Tierschutz, sondern auch mit stimmungsvollen Schneebildern.
Weihnachten im Zaubereulenwald
Kinderfilm • 2018
prisma-Redaktion
Resident Evil: Welcome to Raccoon City
Horrorfilm • 2021
prisma-Redaktion
Respect
Musikfilm • 2021
prisma-Redaktion
Encanto
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Eiffel in Love
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Die Addams Family 2
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Ghostbusters: Legacy
Fantasykomödie • 2021
prisma-Redaktion
Last Night In Soho
2021
prisma-Redaktion
Die Rettung der uns bekannten Welt
Drama • 2021
prisma-Redaktion
"Elise und das vergessene Weihnachtsfest" ist perfekte Unterhaltung für alle, die noch an den Zauber von Weihnachten glauben.
Elise und das vergessene Weihnachtsfest
Kinderfilm • 2019
prisma-Redaktion
Bergman Island
Drama • 2021
prisma-Redaktion
The Many Saints of Newark
Kriminalfilm • 2021
prisma-Redaktion
Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao ("Nomadland") erzählt im neuen Marvel-Film "Eternals" von gottgleichen Weisen, die unseren Planeten beschützen.
Eternals
Fantasy • 2021
prisma-Redaktion
Contra
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
Ron läuft schief
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Cry Macho
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Venom: Let There Be Carnage
Action • 2021
prisma-Redaktion
The French Dispatch
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
Halloween Kills
Horrorfilm • 2021
prisma-Redaktion
Résistance – Widerstand
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Supernova
Drama • 2021
prisma-Redaktion
The Last Duel
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee
Kinderfilm • 2021
Bis an die Grenze
Drama • 2020
Mit "Keine Zeit zu sterben", dem 25. Film der Reihe, verabschiedet sich Daniel Craig von seiner Rolle. Die Dreharbeiten wurden bereits im Oktober 2019 abgeschlossen. Als Folge der Pandemie verzögerte sich der Kinostart jedoch mehrfach.
Keine Zeit zu sterben
Action • 2019
prisma-Redaktion
Dear Evan Hansen
2021
prisma-Redaktion
"Dune" ist bereits die zweite Verfilmung des legendären Science-Fiction-Romans.
Dune
Science-Fiction • 2021
prisma-Redaktion

BELIEBTE STARS