Uwe Kockisch

Brunetti (Uwe Kokisch) kommt mit seinen Ermittlungen nicht so richtig voran. Vergrößern
Brunetti (Uwe Kokisch) kommt mit seinen Ermittlungen nicht so richtig voran.
Fotoquelle: ARD/Degeto/Martin Menke
Uwe Kockisch
Geboren: 31.01.1944 in Cottbus, Deutschland

Das breite Publikum kennt den Berliner vielleicht noch als unrasierten Kommissar Zappek in der gleichnamigen 26-teiligen ARD-Krimiserie (1996) oder aus diversen Rollen im "Polizeiruf 110" (seit 1974) und schließlich als Nachfolger von Joachim Król in der Rolle des Commissario Brunetti in den Venedig-Krimis der Schriftstellerin Donna Leon.

Die etwas düstere Figur mit melancholischem Tiefgang, die der frühere DFF- und DEFA-Schauspieler heute beispielsweise in "Donna Leon - Feine Freunde" oder "Donna Leon - Venezianisches Finale" gibt, ist typisch für Kockisch. Anders als auf der Bühne, wo er oft den Helden gespielt hat, übernahm Kockisch neben Rollen als Kommissar oft bewusst den Part des Bösewichts oder möglichst gebrochene Charaktere; so exemplarisch als ehemaliger KZ-Häftling Arnold in dem Psychodrama "Dein unbekannter Bruder" (1981), in dem dem Hauptdarsteller übel mitgespielt wird. Eine ebenso überzeugende, wenn auch kleine Nebenrollen, als paranoider Verschwörungstheoretiker liefert er in dem Krimi "Null Uhr 12" (2001) von Bernd Michael Lade ab. Als lungenkrebskranker Kriminalhauptmeister Pfeiffer - ein weiteres Beispiel für seine häufig gebrochenen Rollen - setzt er sich in einer Episode der Krimiserie "Die Wache" (1994) die Dienstwaffe an den Kopf.

Der oftmals düstere Eindruck, den Kockisch auf dem Bildschirm hinterlässt, verschwindet allerdings, so wird berichtet, wenn man sich eingehender mit ihm unterhält. Dann lacht er viel und herzlich, erzählt offen über sich. Der viel beschäftigte Schauspieler erlernte sein Metier an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Mehr als zwanzig Jahre spielte er am Maxim-Gorki-Theater sowie an der Schaubühne am Lehniner Platz viele Hauptrollen unter Regisseuren wie Thomas Langhoff, Luc Bondy und Robert Wilson. Wer Kockisch, der Anfang der Sechzigerjahre wegen versuchter Republikflucht ein Jahr im Gefängnis saß, nicht auf der Bühne gesehen hat, kennt ihn aus mehr als 20 Kinofilmen und einigen Dutzend TV-Produktionen.

In Roland Suso Richters vielfach ausgezeichnetem Thriller "Der Tunnel" (2000) etwa spielt er den Oberst Krüger, der alles daransetzt, die Fluchtpläne von Heino Ferch zu durchkreuzen. In "Opferlamm - Zwischen Liebe und Hass" (2001) mimt Uwe Kockisch einen Knastbruder auf freiem Fuß, der für seine Rachegelüste seinen eigenen Sohn als Köder missbraucht. In dem TV-Thriller "Ich bring dich hinter Gitter" (2001) ist er als Kommissar zu sehen, der in der Auseinandersetzung mit einem rachsüchtigen Vater Schlimmeres zu verhüten hat. Regisseur Sigi Rothemund, der auffallend oft mit Kockisch gedreht hat, holte ihn auch 1999 für den Thriller "Gestern ist nie vorbei" (1999). Bettina Kupfer, ihre zwölfjährige Tochter Anna und KFZ-Mechaniker Max Soldan (Dieter Landuris) könnten so glücklich sein - wäre da nicht Exmann Heinz (Uwe Kockisch)... Einmal mehr in einer Kommissarenrolle sieht man Kockisch neben Martina Gedeck in dem Psychodrama "Die Mutter" (2002). Eine seiner Bösewicht-Rollen hat Kockisch als verwundeter Einbrecher (Bauchschuss) in dem Krimi "Die Datsche" (2002).

Die einzelnen "Donna-Leon"-Episoden: "Donna Leon - Venezianisches Finale", "Donna Leon - Feine Freunde" (beide 2003), "Donna Leon - Sanft entschlafen", "Donna Leon - Acqua Alta" (beide 2004), "Donna Leon - Beweise, dass es böse ist", "Donna Leon - Verschwiegene Kanäle" (beide 2005), "Donna Leon - Endstation Venedig", "Donna Leon - Das Gesetz der Lagune" (beide 2006), "Donna Leon - Die dunkle Stunde der Serenissima", "Donna Leon - Blutige Steine" (beide 2008), "Donna Leon - Wie durch ein dunkles Glas" (2009), "Donna Leon - Lasset die Kinder zu mir kommen" (2010), "Donna Leon - Das Mädchen seiner Träume" (2011), "Schöner Schein" (2012).

Weitere Filme: "Polizeiruf 110 - Die verschwundenen Lords" (1974), "Die schwarze Mühle" (1975), "Lachtauben weinen nicht" (1979), "Bürgschaft für ein Jahr" (1981), "Sabine Kleist, sieben Jahre" (1982), "Erscheinen Pflicht" (1983), "Die Zeit der Einsamkeit" (1984), "Rabenvater" (1985), "Polizeiruf 110 - Der Tote zahlt" (1987), "Polizeiruf 110 - Eifersucht" (1988), "Treffen in Travers" (1988), "Die Spur des Bernsteinzimmers" (1991), "Miraculi" (1992), "Ärzte: Die Narbe des Himmels" (1993), "Landschaft mit Dornen" (1992), "Operation Medusa" (1995), "Polizeiruf 110 - Kurzer Traum" (1996), "Rosamunde Pilcher - Stunden der Entscheidung" (1997), "Berlin - Moskau" (1997), "Das Mambospiel" (1998), "Abgehauen" (1998), "Unsere Kinder! - Verschollen im Urlaub" (1998), "Rosa Roth - Tod eines Bullen" (2000), "Frau2 sucht HappyEnd" (2000), " Polizeiruf 110 - Bei Klingelzeichen Mord" (2000), "Nur mein Sohn war Zeuge" (2001) (TV), "Tatort - Kalte Wut" (2001), "Julietta" (2001), "Polizeiruf 110 - Die Frau des Fleischers" (2001), "Geheimnisvolle Freundinnen" (2002), "Rotlicht - Die Stunde des Jägers" (2002), "Carola Stern - Doppelleben", "Kleinruppin Forever" (beide 2003), "Kleine Schwester", "Erinnere dich, wenn du kannst!", "Die Nachrichten" (alle 2004), "Endloser Horizont" (alle 2005), "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename: Minos", "Eine Stadt wird erpresst", "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename: Ithaka" (alle 2006), "Unter Verdacht - Das Geld anderer Leute", "Stella und der Stern des Orients" (beide 2007), "Duell in der Nacht", "Ich will da sein - Jenny Gröllmann", "Schattenwelt", "Hoffnung für Kummerow" (alle 2008), "Nachtschicht - Blutige Stadt", "Ein Dorf schweigt", "Lutter - Mordshunger" (alle 2009), "Die Grenze", "Weißensee" (TV-Serie), "Morgen musst Du sterben", "Eine Nacht im Grandhotel" (alle 2010), "Spreewaldkrimi - Die Tränen der Fische" (2011), "Tod einer Polizistin" (2012), "Rubinrot" (2013), "Unter der Haut" (2015).


Zur Filmografie von Uwe Kockisch
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