Also, ich find' rauchen cool! Isabelle Huppert

Das Leben ist ein Spiel

KINOSTART: 15.10.1997 • Gaunerkomödie • Frankreich (1997) • 106 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Rien ne va plus
Produktionsdatum
1997
Produktionsland
Frankreich
Laufzeit
106 Minuten

Die attraktive Betty und der um einiges ältere Victor haben einen sehr ungewöhnlichen Lebensunterhalt gefunden. Dank Bettys Verführungskünsten nehmen sie wohlhabende Männer aus, die vornehmlich in Spielcasinos und Luxushotels aufgespürt werden. Aber auch ein Gaunerpärchen hat seine Moral, wenn auch seine ganz eigene: Betty und Victor rauben ihre Opfer nie bis aufs letzte Hemd aus, sondern lassen ihnen immer so viel Geld in der Brieftasche, dass der Diebstahl nicht zu offensichtlich ist. Eine Strategie, die ihnen Freiheit und Überleben sichert. Bei ihrem neuesten Coup jedoch vernachlässigt Betty die selbst auferlegte Bescheidenheit, denn sie hat einen richtig dicken Fisch an der Angel: Der etwas naiv wirkende Maurice ist als Geldbote für eine große Bank unterwegs. Fünf Millionen Schweizer Franken trägt er in einem Köfferchen am Handgelenk durch die Gegend, und da kann selbst Victor trotz anfänglicher Gegenwehr nicht widerstehen...

Wer betrügt wen in diesem hintersinnigen Spiel um Wahrheit und Lüge, Vertrauen und Verrat, Geld oder Leben? In seinem 50. Film präsentiert Claude Chabrol in ungewohnt heiterer Manier eine Gaunerkomödie um ein ungewöhnliches Protagonistenpaar, dessen wahre Beziehung bis zum Schluss ein Geheimnis bleibt. Ob Vater und Tochter, Liebhaber und Geliebte oder gar Ehepaar? Der Regisseur lässt die Hintergründe ihres Zusammenlebens ebenso im Dunkeln wie viele andere Dinge. In dieser ebenso ironischen wie pointenreichen Komödie gibt es immer wieder neue Wendungen und Konstellationen zu entdecken. Gekonnt entwickelt Chabrol ein Spiel um Masken und falsche Identitäten, legt verräterische Fährten, trickst seine Figuren und seine Zuschauer aus, um allen am Ende mit einem fast märchenhaften Handstreich ein süffisantes Happy End zu servieren. Alfred Hitchcock und Ernst Lubitsch nennt der Regisseur als geistige Väter seines unterhaltsamen Jubiläumswerkes, das auf dem Filmfestival von San Sebastian 1997 die wichtigsten Preise (bester Film, beste Regie) gewann.

Foto: Concorde

Darsteller

Michel Serrault
Lesermeinung

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