Während die Kämpfe des Ersten Weltkrieges in den letzten Zügen liegen, versucht der englische Psychologe William Rivers daheim die Traumata der Opfer zu kurieren. Von den aufkommenden Lehren Freuds beeinflusst, vertritt Rivers die sanfte Methode. Durch intensive Gespräche versucht er, die Soldaten behutsam in die Realität zurückzuholen. Dann wird der berühmte Dichter Siegfried Sassoon eigeliefert, obwohl er offensichtlich in bester Verfassung ist. Er hatte sich öffentlich mit einem vehementen Plädoyer gegen das Grauen des Krieges ausgesprochen und wurde postwendend als mental unstabil abgestempelt. In dem jungen Poeten Wilfred Owen findet Sasson bald einen Verbündeten...

Der Film von Gillies MacKinnon beruht auf wahren Begebenheiten. Es entsteht ein beeindruckendes Porträt eines Mannes, der als Seelenklempner selbst mit den Grauen des Krieges konfrontiert wird. Der politisch wenig engagierte Wilfred Owen - er starb 1918 als 25-Jähriger - wurde nach Kriegsende zum Inbegriff des "war poet", der die Unmenschlichkeit des Krieges aus unmittelbarer Anschauung zum Ausdruck brachte. Siegfried Sassoon (1886-1967) veröffentlichte 1919 "The War Poems", dann 1928 "Glück im Sattel" als Teil einer autobiographischen Trilogie, die zu den bedeutendsten aus der Erfahrung des Ersten Weltkrieges entstandenen Anti-Kriegsromanen der englischen Literatur gehören.