Liebende seit Jahrhunderten: Daniel (Jeremy Irvine) und Luce (Addison Timlin) scheitern immer wieder an einem bösen Fluch.

Fallen - Engelsnacht

KINOSTART: 13.07.2017 • Fantasy • USA / HUN (2016) • 92 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Fallen
Produktionsdatum
2016
Produktionsland
USA / HUN
Laufzeit
92 Minuten
Regie

Filmkritik

Die hat ja einen Schatten!
Von Andreas Fischer

Ein Mädchen und zwei als Jungs verkleidete Engel sollen Teenieherzen höher schlagen lassen. Doch der Fantasyromanze "Fallen - Engelsnacht" fehlen Feuer und Leidenschaft.

Der Krieg der Engel, Luzifer, eine Besessene und überall Dämonen: Womit sich die Teenager in "Fallen - Engelsnacht" rumschlagen müssen, klingt ein bisschen nach dem christlich-mythologischem Nonsens, aus dem immer mal wieder Horrorfilme gestrickt werden. Zum Fürchten freilich ist die Kinoadaption des ersten Teils der gleichnamigen Jugendbuchreihe nicht, obgleich ein ziemlich fürchterlicher Film. Das liegt zum einen daran, dass Romanautorin Lauren Kate ein sehr ähnliches Plotrezept benutzt wie ihre "Twilight"-Kollegin Stephenie Meyer - nur dass sich die Protagonistin nicht zwischen Werwolf und Vampir, sondern zwischen zwei Engeln entscheiden muss. Zum anderen daran, dass dem australischen Regisseur Scott Hicks trotz 40-Millionen-Dollar-Budget nichts einfiel, um das schwierige Drehbuch und den blassen Cast zu kompensieren.

Immer die gleiche Leier

Luzifers Aufstand gegen Gott und sein Höllensturz dienen als Hintergrund für die Teenie-Fantasyromanze, im Mittelpunkt stehen freilich die gefallenen Engel: Das sind diejenigen Himmelsboten, die sich im Krieg der Engel weder für Gott noch für den Teufel entscheiden wollten und zur Strafe für ihre Neutralität für alle Zeiten auf der Erde wandeln müssen. So wie Daniel (Jeremy Irvine), der in grauen Vorzeiten nur die Liebe suchte und nun verdammt ist. Bis in alle Ewigkeit wird er sich in Reinkarnationen derselben Frau verlieben. Und dann ist es immer die gleiche Leier: Daniel küsst seine Herzdame, die Herzdame stirbt vor seinen Augen, der Engel ist sehr traurig und wartet 17 Jahre, bevor es von vorne losgeht.

Die aktuelle Version heißt Lucinda "Luce" Price (Addison Timlin), ist 17 Jahre alt und hütet ein brennendes Geheimnis. In einer "gerichtlich genehmigten Besserungsanstalt" soll sie ihrer Dämonen Herr werden, die als Schattenvisionen über sie herfallen und einen Fast-Geliebten zum Opfer von Feuer und Flammen machten. Im "Sword & Cross"-Internat trifft Luce nicht nur auf Daniel, sondern auch auf andere komische (Stereo-)Typen.

Zum Beispiel auf den rebellischen Cam (Harrison Gilbertson). Der macht Luce mit Pferdeschwanz und Lederjacke gleich mal den Hof, holt sich aber eine Abfuhr ab, weil sein Objekt der Begierde nur Augen für Daniel hat. Sie spürt eine Seelenverwandtschaft: Der schöne Blonde mit dem immer gleichen gequälten Gesichtsausdruck kommt ihr irgendwie bekannt vor. Bis sich Daniel offenbart, vergeht eine Ewigkeit.

Völlig einfallslose Inszenierung

Dabei ist der Film nur 92 Minuten lang, inklusive Abspann. Aber schon nach den ersten fünf kann man ahnen, warum der Film erst drei Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten in die Kinos kommt. In der ziemlich lieb- und völlig einfallslosen Inszenierung von Regisseur Scott Hicks, für "Shine - Der Weg ins Licht" immerhin für zwei Oscars nominiert, fehlt einfach alles: Romantik, Konflikte, überraschende Wendungen und charismatische Darsteller.

Ironisches Detail: Daniel-Darsteller Jeremy Irvine hatte Rollen in den Jugendbuch-Adaptionen "Die Tribute von Panem" und "Divergent - Die Bestimmung" einst abgelehnt, weil er auf den Ruhm, der mit solchen Teenie-Rollen kommt, verzichten wollte. Angst davor muss er weiterhin nicht haben.

Bis der Film zur Sache kommt, bis erklärt ist, was Sache ist, hat man die Lust schon längst verloren. Ganz davon abgesehen, dass man bis dahin über eine Menge Allgemeinplätze ("Ich bleibe lieber ich selbst, als anderen mit Medikamenten etwas vorzuspielen.") trotten musste. Kurz vor Schluss wird dann auf Teufel komm raus das Tempo angezogen, um einen Showdown zu rechtfertigen, der dramaturgisch rätselhaft und tricktechnisch ziemlich grotesk ist. Die Ratlosigkeit, die "Fallen - Engelsnacht" mit seinem offenen Ende bei den Zuschauern auslöst, könnte von Ewigkeit sein: Angst haben, dass auch die anderen drei Romane der Buchreihe verfilmt werden, muss man wohl nicht.

Quelle: teleschau – der mediendienst

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