1940 leistet das Ehepaar Anna (Emma Thompson) und Otto (Brendan Gleeson) mit einfachsten Mitteln Widerstand gegen das Nazi-Regime: Nachdem ihr Sohn im Krieg gefallen ist, hinterlassen sie an öffentlichen Plätzen Postkarten mit Hitler-kritischen Texten, bis sie denunziert werden.

Die Briten sind bereits das fünfte Duo, dass die Eheleute Elise und Otto Hermann Hampel verkörpert, die 1943 hingerichtet wurden. Grundlage der Verfilmungen ist der gleichnamige Roman von Hans Fallada, den dieser kurz vor seinem Tod in nur vier Wochen während eines suchtbedingten Aufenthalts im Krankenhaus verfasste.

Britisch-deutsches Ensemble

Ob es dieser erneuten Adaption bedurft hätte, muss allerdings angezweifelt werden. Die Akteure können zwar überzeugen: Neben Thompson und Gleeson sticht Daniel Brühl in der Rolle des Gegenspielers heraus. Er spielt den Polizeiinspektor Escherich, der beauftragt ist, die Postkartenschreiber zu enttarnen. Und die deutschen Kinogänger müssen sich dank der Synchronisation nicht mit dem gezwungenen deutschen Akzent der britischen Hauptdarsteller herumärgern.

Doch in Sachen Inszenierung reißt der Schweizer Regisseur Vincent Perez keine Bäume aus. Seltsam glatt wirkt das Berlin der 40er-Jahre in seinen Bildern und sticht nicht aus den unzähligen Produktionen über diese Epoche heraus. Seine Berechtigung hat das Drama eher dadurch, dass es diesen wichtigen Roman der Nachkriegszeit einer neuen Generation näherbringt, die mit dem Fallada-Werk bislang nicht in Berührung kam.