Der renommierte und vielfach ausgezeichnete Filmemacher Heinrich Breloer nimmt sich mit seinem Fernsehfilm "Kollege Otto - die Co-op-Affäre" eines umstrittenen Themas an: die Rolle der Gewerkschaften als Unternehmer im Bereich der Gemeinwirtschaft. Im Zentrum dieser Mischform aus dokumentarischen Aufnahmen, Interviews und Spielszenen stehen die Affäre um die Co-op AG und die Lebensgeschichte des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Coop AG, Dr. Bernd Otto. Diese Affäre, die vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" als "größter Wirtschaftskrimi der Nachkriegszeit" bezeichnet wurde, führte zu einer Anklage, die nach zweieinhalbjähriger Vorbereitung von der Frankfurter Staatsanwaltschaft im April 1991 eingereichet wurde. In der Anklage wurde sieben ehemaligen Co-op-Managern vorgeworfen, die Bilanzen gefälscht, Banken getäuscht und sich sogar persönlich bereichert zu haben.