"Das ist ein Notfall! Hier hat eine Entführung stattgefunden! Ist da irgendjemand?" – Eine Frau, dick eingepackt mit Wollmütze und Schneeanzug, setzt über das Funkgerät in ihrem Auto einen Notruf ab. Kein Empfang, keine Antwort, die nächste Stadt unendlich weit weg, rundherum nur Eis und Kälte. Dann muss sich die besagte Frau, verkörpert von Oscargewinnerin Emma Thompson, wohl selbst um die Sache kümmern.
Der Einstieg in den Thriller "Dead of Winter – Eisige Stille", noch vor dem verzweifelten Funk-Notruf, ist schon alles andere als schön oder idyllisch: Der Mann von Barb (Thompson) stirbt. Weil die beiden gemeinsam einen Laden für Angelbedarf betrieben haben und zudem immer leidenschaftliche Eisfischer waren, soll Barb seine Asche nun irgendwo in Minnesota in einem See versenken. Das war der letzte Wunsch ihres Gatten.
Barb fährt also in einem trüb-grauen Setting hinaus, weit weg von Strom und Zivilisation, und macht sich ans Werk. Dann hört sie einen Schuss und sieht einen Mann, der einer jungen Frau in Handschellen hinterherrennt. Weil sonst niemand helfen kann und alle Notrufe unerhört bleiben, macht Barb sich notgedrungen selbst an eine Befreiungsaktion. Sie kennt sich gut aus in der Gegend und weiß, wie sie sich das eisige Setting zunutze machen kann.
Die frostigen Weiten von Minnesotas großen Seen – hier liegen sie übrigens irgendwo zwischen Köln und dem subarktischen Koli in Finnland, wo die Dreharbeiten zu "Dead Of Winter" stattfanden. Bei dem Survival-Thriller von Regisseur Brian Kirk (Drehbuch: Nicholas Jacobson-Larson, Dalton Leeb) handelt es sich um eine amerikanisch-deutsche Koproduktion, an der unter anderem auch das ZDF beteiligt ist. Hinter der Kamera wirkte auch viel deutsches Personal mit, darunter etwa Kameramann Christopher Ross ("Die Schwimmerinnen") und Komponist Volker Bertelmann ("Im Westen nichts Neues", "Dune").