Großer schwarzer Vogel heißt der Tatort aus Berlin. Als der Film gedreht wurde, hing ein solcher Vogel längst über dem Ermittler-Team Ritter & Stark (Dominic Raacke und Boris Aljinovic). Es ist ihr letzter gemeinsamer Fall. Auch wenn die bis zum Überdruss bemühte Tragik der Geschichte nicht den Hauptdarstellern anzukreiden ist (sondern Drehbuch und Regie), ganz so mau-mau hätte es nicht kommen müssen. Schade. In ihren stärksten Momenten lebten Ritter & Stark von ihrer und der Klasse ihrer Gegenspieler. So in dem Entführungsfall "Tatort - Machtlos", als sie es mit einem besessenen Edgar Selge und Lena Stolze zu tun bekamen. Oder in "Tatort - Dinge, die noch zu tun sind", wo Ina Weisse als krebskranke Drogen-Ermittlerin das Schicksal zu beugen versucht.

Auf diesen Fall wird Bezug genommen. Ritter gehörte, nachdem sich seine Zuneigung zu der todkranken Kollegin nicht erfüllte, zu den Anrufern, die in schlafloser Nacht bei einem Radio-Talker Rat und Trost suchen. Florian Panzner gibt diesem Nachtfalken ein stereotyp festgefrorenes Gesicht, das dem Zuschauer in jeder Szene signalisiert: Ich, der ich Schuld auf mich geladen habe ... Ansonsten hat der Tatort zwei wilde Gesellen zu bieten (Peter Schneider, Andreas Guenther), die unentwegt überreagieren und so für etwas Pseudo-Action sorgen. Julia Koschitz tritt als Ex-Braut des Nachtfalken auf. Ihre Schauspielkunst bleibt hier vergeudet. Angefangen hat der Film mit einer Briefbombe, die den Falschen trifft, ein Kind. Da dachte man noch, es könnte spannend werden. dh

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