Nach einer Heimkehrparty für den aus Afghanistan zurückgekehrten Mann ihrer Ex-Kollegin Lissy werden Ballauf und Schenk zum Tatort gerufen: Im Bunker eines alten Truppenübungsplatzes wurde die übel zugerichtete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Schnell ist seine Identität ermittelt: Laut der Frankfurter Flughafenaufsicht war Milad Rahimi zusammen mit seiner Schwester Amina erst vor zwei Tagen aus Afghanistan nach Deutschland eingereist. Bezahlt wurde Aminas Flug von der Stiftung "Pro-Afghanistan". Doch offensichtlich waren die beiden als Rauschgiftkuriere im Einsatz. Die Kommissare wissen, dass sie jetzt keine Zeit verlieren dürfen: Mit den Drogen im Körper ist Amina Rahimi in großer Lebensgefahr ...

Dass Andreas Kleinert Kriminalfälle zu inszenieren weiß, hat er in der Vergangenheit mit Arbeiten wie "Nacht ohne Morgen" oder "Polizeiruf 110 - Rosis Baby" durchaus unter Beweis gestellt. Doch sein "Tatort"-Debüt rund um das Kölner Ermittler-Team erweist sich als gut besetzter, aber thematisch allzu überladener Fall, der noch dazu viele Unwahrscheinlichkeiten bereithält. So setzt Drehbuchautor André Georgi ("Marie Brand und der Moment des Todes", "Bella Block - ... denn sie wissen nicht, was sie tun") zu stark auf die dramatischen und sozialen Elemente der Story und vernachlässigt dabei die Krimi-Handlung. Zwar ist das Ganze gut gespielt und ein witziger Einfall ist der Auftritt von Anna Loos, die von 1997-2000 die tatkräftige Assistentin von Ballauf und Schenk gab, doch auch dies kann nicht von der thematischen Überfrachtung (Afghanistan-Heimkehrer, Drogenschmuggler, Flüchtlingsproblematik, Einsamkeit des Menschen pp.) des Falles ablenken. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen!

Foto: WDR/Erik Lee Steingroever