Just als Oskar Moedebeck (Ulrich Noethen, Foto, r., neben Max von Thun) mit seiner Beförderung rechnet, setzt man ihm mit Raphael Bluhm einen jungen wie dynamischen Chef vor die Nase. Für den Vertriebsleiter, der sich 15 Jahre voll und ganz mit seiner Firma identifiziert hat, bedeutet das Krieg. Dann erweist sich Bluhm auch noch als neuer Nachbar. Zum Glück hat Oskar ein schönes Zuhause, das ihm Abstand von den Widrigkeiten des Berufslebens verschafft. Zumindest bislang, denn zu seinem Entsetzen muss Oskar feststellen, dass Bluhm ausgerechnet in das Nachbarhaus einzieht. Richtig vertrackt wird es, als sich seine Tochter auch noch in Bluhm verliebt ...

Schlimmer kommt's nimmer - könnte man glauben. Doch weit gefehlt, denn für Ulrich Noethen kommt es hier ganz dick, fast schon zu übertrieben dick allerdings. Die Eingangskonstellation lässt durchaus Spielraum für eine locker-flockige Komödie mit einigen ironischen Brechungen, doch das Drehbuch von Autorin Verena Mahlow ("Tatort - Atemnot", "Der Typ, 13 Kinder & ich") wirkt mit der Zeit einfach zu konstruiert. Außerdem ist Regisseur Marcus Ulbricht nicht gerade ein Großmeister seiner Zunft, denn zuweilen tritt die Story auf der Stelle und einige Längen haben sich eingeschlichen. Zuvor inszenierte Ulbricht lediglich TV-Episoden für Serien wie etwa "Der Alte", "Ein Fall für zwei", "SOKO Wismar" oder "Küstenwache". Sehenswert ist allerdings das Duell zwischen den beiden gut aufgelegten Hauptdarstellern, die den ganz normalen Wahnsinn äußerst witzig und unterhaltsam herüber bringen.

Foto: ZDF/Oliver Feist