Ein Umzug, mit dem der Film startet, soll die im Laufe der Jahre eingerostete Ehe zwischen Alice (Ursina Lardi) und Frank (Dominique Jann) wieder aufpeppen. Und tatsächlich leben die beiden glücklich mit ihren Kindern in der neuen Heimat auf dem Land.

Sorglos nimmt Alice an, die von ihr im Browserverlauf entdeckten Datingportale für Homosexuelle seien aus einer Phase ihres Sohnes heraus aufgerufen worden. Mit der Zeit verdichtet sich aber ihr Verdacht, dass ihr Mann dahinter stecken könnte.

In einem Streit offenbart Frank ihr, dass er Männer liebt. Er trifft sich auch bereits mit einem anderen. Aber auch zu Alice fühlt er sich weiterhin hingezogen. Hat das brüchige Familienglück noch eine Chance?

Nüchterne Betrachtung

Zu sagen, der Film ginge unter die Haut, wäre zu einfach. Trotzdem lässt sich diese Phrase nicht leugnen. Mit einem stillen Blick auf die sich immer weiter voneinander entfernenden Eheleute schafft Claudia Lorenz einen fast schon dokumentarischen Stil in ihrem Drama.

Ohne jegliche Wertung nimmt die Geschichte ihren Lauf, und man kann die Gefühle der beiden Protagonisten gut nachvollziehen. Was zunächst nach einem krampfhaften Festklammern an der alten Ehe aussieht, löst sich immer mehr auf, bis auch der Zuschauer merkt, dass die Trennung der beiden Hauptdarsteller das Beste ist.

Gerade durch seinen nüchternen Aufbau schafft der Film einen tiefen Einblick in das Leben seiner Figuren und nimmt die Betrachter mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, deren Ausgang man nach der Hälfte der Laufzeit neugierig erwartet.