Was in den Siebziger- und Achtzigerjahren in Westdeutschland zu zahlreichen Schließungen von Werften führte, erreichte im Rahmen der Weltwirtschaftskrise auch das beschauliche Wismar. In der 120 Kilometer östlich von Hamburg gelegenen 45000 Einwohner zählenden Stadt waren 5000 Arbeitsplätze der Wadan Werft bedroht. Jede dritte Familie lebte von den Einkünften aus dem Schiffbau, Wadan ist der einzige Großbetrieb in der Region. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann ...

Filmemacher Dieter Schumann hat die Vorgänge in der Werft mit der Kamera begleitet. Nach 18 Monaten Drehzeit lagen 120 Stunden Filmmaterial über eine Gruppe von Schweißern vor, die Schumann zu einem Zeugnis des Niedergangs verdichtet. Schumann, der deutlich mit seinen Protagonisten sympathisiert, beleuchtet das Ringen der Arbeiter, der Eigner und eines Insolvenzverwalters um den Erhalt der Werft, beobachtet das Auf und Ab zwischen Ohnmacht, Wut, Trauer und Hoffnung. Dabei ist er zwar mit der Kamera immer nah an den Arbeitern, Hintergrundinformationen und Ursachenforschung aber sucht der Zuschauer vergeblich. Die Wadan-Werft ging schließlich unter und wurde mit neuem Besitzer und Namen wieder aufgemacht - mit weniger Personal zu niedrigeren Löhnen.

Foto: RealFiction