Zwei Pferdehändler lassen sich dazu überreden, ein Treck Mormonen durch die unwegsame Wildnis zu führen. Bald verstecken sich jene Halunken unter den Siedlern, die zuvor eine Bank überfallen hatten. Ein offener Konflikt scheint dabei unvermeidbar ...

Wie so oft bei John Ford dient eine kleine Geschichte (die übrigens der Regisseur selbst konstruierte) nur dazu, die Ford-typischen Melange zu präsentieren: fotogene Flussdurchquerungen im Gegenlicht, mächtig viel Staub, Raufereien und folkloristische Tänze, die die Bohlen erbeben lassen. Das Lagerleben als Abbild einer Gesellschaft im Aufbruch - wunderbare Stimmungsbilder. Nach seinen Lieblingsfilmen befragt, nannte Ford "Wagon Master" direkt nach dem ebenso unbekannten Judge-Priest-Werk "The Sun Shines Bright". Dem Betrachter erschließt sich tatsächlich ein filmisches Kleinod, eine feine (wenn auch verklärte) Geschichte von der Erschließung des amerikanischen Westens, einer beschwerlichen Reise und den damit verbundenen Bürden. Erstaunlich ist in diesem kleinen Meisterwerk auch das wenig feindliche Indianerbild. Denn statt sich mit den "Wilden" ein blutiges Gefecht zu liefern, feiert man lieber gemeinsam. Ebenfalls typisch für Ford: einige Figuren, die immer wieder zum Schmunzeln oder gar lautem Gelächter Anlass geben. So etwa die gleich einem röhrenden Hirsch ins Horn trötende Alte, die erste Begegnung mit den besoffenen Schaustellern und vor allem der ständig fluchende Mormonenführer, der stets von einer guten Seele gebremst werden muss, um sich nicht mit weiteren unflätigen Beschimpfungen noch schlimmer zu versündigen. Unter den Bankräubern: ein finster dreinblickender James Arness, der später als Marshal Matt Dillon in der Serie "Rauchende Colts" TV-Geschichte schrieb und Fords Dauerdarsteller Fred Libby in einer typischen Trottelrolle.

Foto: ZDF/Aries/Bert Glannon