Rund 250 000 Menschen führen in Deutschland ein Doppelleben. Während sie im Alltag recht eintönig ihrer Büroarbeit nachgehen, ihren Beamtenstatus pflegen, in der Fabrik malochen oder mit dem Stethoskop um dem Hals um das Wohl ihrer Patienten besorgt sind, schlüpfen sie in ihrer Freizeit in Phantasiekostüme und mutieren zu einem Exemplar der Rollenspieler-Spezies. Sie kleben sich Elfenohren an, verstecken sich hinter Ork-Masken oder schminken sich theatralisch-kämpferisch. Dokumentarfilmer Andreas Geiger hat fünf Rollenspieler zwischen ihrem Alltag und einer fiktiven mittelalterlichen Welt begleitet und ist hautnah dabei, wenn Heerscharen von Orks, Rittern und Elfen antreten und um das Schicksal der Erde kämpfen ...

Entweder man mag Rollenspiele oder schüttelt nur den Kopf über all die, die sich dafür begeistern können. Und so geht es auch mit dieser Dokumentation, die Andreas Geiger ("Punk im Dschungel", "Heavy Metal auf dem Lande") auf die Leinwand bringt. Wen das Thema interessiert, der findet hier Einblicke in eine sehr phantasievolle Parallelwelt, lernt die Menschen hinter den Masken kennen und kann deren Beweggründe, aus der Realität auszubrechen, durchaus nachvollziehen. Doch wer mit Elfen, Orks und Co. so gar nichts anfangen kann, wird hier - wenn überhaupt - nur ins Schmunzeln geraten und sich mehr als einmal fragen, wieso einer Dokumentation über Rollenspieler Leinwandpotential zugetraut wird.

Foto: Neue Visionen