Als Kind musste Ali "Zulu" Sokhela mit ansehen, wie sein Vater von Inkatha-Milizen ermordet wurde. Er konnte entkommen, ist seitdem aber traumatisiert. Heute ist er der Chef der Mordkommission in Kapstadt. Sein wohl bester Mitarbeiter ist der dem Alkohol zugeneigte, vom Leben desillusionierte Brian Epkeen, ein Weißer, der mit seinen eigenen Methoden gute Ergebnisse erzielt, sich aber nicht kontrollieren lässt. Auch er trägt schwer an der Vergangenheit. Denn Mitglieder seiner Familie waren es, die das Apartheid-Regime mit aufgebaut haben. Als zwei Frauen tot und misshandelt aufgefunden werden, gehen die Polizisten der Sache nach. In der von ausufernder Kriminalität und Gewalt beherrschten Welt der Gangs und Drogenhändler müssen die beiden tatenlos zusehen, wie ihr Freund und Kollege Dan Fletcher zunächst die Hand und dann gar der Kopf abgehackt wird. Fortan kennen beide nur ein Ziel: die Täter und die Strippenzieher, Angehörige eines Drogenkartells, ihrer Strafe zuzuführen ...

Basierend auf dem Roman von Caryl Férey gelang dem französischen Filmemacher Jérôme Salle ("Anthony Zimmer", "Largo Winch") ein fesselnder, mitunter recht harter Post-Apartheid-Thriller, der gekonnt mit der südafrikanischen Historie (etwa mit dem menschenverachtenden Geheimprojekt "Coast") umzugehen weiß und dabei die derzeitige Zerrissenheit der südafrikanischen Gesellschaft thematisiert. Beide Protagonisten - stark gespielt von Forest Whitaker und Orlando Bloom - kämpfen mit den Geistern der Vergangenheit, kanalisieren ihre Wut aber zum Nutzen ihrer akribischen wie nahezu fanatischen Arbeit. Atemberaubende Verfolgungsjagden, intensive Momente, eine Fülle faszinierender Details am Rande, tolle Bilder einer oft entfesselten Kamera und ein sensibler Soundtrack von Alexandre Desplat sorgen für einen unvergesslichen Filmabend.

Foto: Studio Hamburg (24 Bilder)