1. Zur Person
  2. Im TV-Programm
  3. Filme
  • Starguide

    Senta Berger

    • * Dienstag, 13. Mai 1941 in Wien, Österreich

    Senta Berger in der erfolgreichen Krimireihe "Unter Verdacht"
    ¿T?
    Die in Wien geborene Senta Berger ist eine der ganz großen Charakterdarstellerinnen des deutschen Sprachraums, die sowohl im Fernsehen wie im Kino Erfolge feiern konnte. Ihre Vorfahren stammen aus Ungarn und Jugoslawien, ihr Vater war Musiker, hatte die Musikhochschule besucht, die Dirigentenklasse, spielte sehr gut Klavier, komponierte. Vornehmlich Wiener Lieder. Doch er konnte seine Neigung nicht zur Profession machen. Er musste den kleinen handwerklichen Betrieb übernehmen, eine Metallverchromungsfirma der Eltern.

    Das bescheidene und verständnisvolle Elternhaus sorgt dafür, dass die kleine Senta nichts entbehren musste. Bei aller Armut wird am Kind nicht gespart. Sie darf lernen, Kunst ausüben. Mit fünf fängt sie an zu tanzen. Sie besucht Hedy Pfundmayers Ballettschule. Vier Jahre später geht sie an die Akademie für Darstellende Künste, danach ans Realgymnasium. Doch eine erste Komparenrolle in "Das doppelte Lottchen" (1950) festigt ihren Entschluss: Sie will Schauspielerin werden. Nach einem weiteren Komparseneinsatz in "Du bist die Richtige" (1955) geht Senta ab dem Frühjahr 1956 dreimal im Monat zu Dorothea Neff, und die ist es schließlich, die Senta dazu animiert, ins Besetzungsbüro der Sascha-Filmgesellschaft zu fahren, wo Willi Forst ein paar Schulmädchen für einen neuen Film sucht. Das ist im April 1957 und Senta bekommt die Rolle. Zehn Tage Drehzeit bei dem großen alten Wiener Meister der leichten Unterhaltung neben Stars wie Adrian Hoven, Erika Remberg und dem großen alten Wiener Charakterdarsteller Hans Moser. Senta darf sogar einen Satz sprechen: "Sie kommt!" - und dann kann sie auf der Schulbank Boogie tanzen.

    Willi Forsts "Die unentschuldigte Stunde" hat Folgen, Senta will jetzt nicht mehr aufs Gymnasium. Und auch das gestehen ihr die Eltern zu: Vorzeitig beendet sie die Schule, um 1957 am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspielunterricht zu nehmen. Sie bewirbt sich - und kommt an, gemeinsam mit Heidelinde Weis, Marisa Mell, Erika Pluhar und anderen. In den Ferien vor Studienbeginn dreht sie noch eine kleine Rolle in einem Film unter der Regie von Hans Quest: "Die Lindenwirtin vom Donaustrand". Als Zimmermädchen darf sie ein paar Sätze sprechen. Das sind Glücksmomente für die junge Senta.

    Senta hat nicht die Flausen im Kopf von einer großen Starkarriere, sie will ganz einfach zum Theater, für ihre Familie schon hoch genug und auch für sie selbst ein ganz hohes Ziel - sagt sie. Doch nach ein paar Semestern ist diese wunderbare Zeit vorbei, sie wird entlassen - nicht etwa wegen mangelnder Begabung, sondern, weil sie gegen die strengen Regeln der berühmten Schule verstieß: Sie hat ein Rollenangebot in dem Anatole-Litvak-Film "Die Reise" angenommen - wider das Verbot des Direktors. Doch das ist die erste Begegnung mit Hollywood. Später übernimmt sie in Ernst Marischkas Franz-Werfel-Verfilmung "Der veruntreute Himmel" mit Annie Rosar einen kleinen Part. Dann kommt ein Anruf von Ernst Haeussermann, damals noch Chef des Theaters in der Josefstadt. Er bietet ihr eine Rolle in Luigi Pirandellos "Heinrich IV." an. Mit 17 Jahren ist sie das jüngste Ensemblemitglied an dem renomierten Theater, doch Senta zieht es mehr zum Film. Im Sommer 1959 spielt sie unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner in der Komödie "Ich heirate Herrn Direktor". Heidelinde Weis und Gerhard Riedmann stehen in den Hauptrollen vor der Kamera und als der Film auf das Festival von Mar del Plata nach Argentinien eingeladen wird, trifft Senta Berger dort unter anderem Bernhard Wicki, der sein "Wunder des Malachias" vorbereitet. Für die weibliche Hauptrolle hält Wicki Senta zwar für zu jung, schreibt ihr aber eigens eine kleine Rolle ins Drehbuch.

    Doch bevor dieser Film gedreht wird, kommt Artur Brauner zum Zug. Er bereitet gerade seinen "Schweijk" vor und sieht in ihr die ideale Gretl. Regisseur Axel von Ambesser und Heinz Rühmann sind einverstanden und Senta bekommt die Rolle in dem Film "Der brave Soldat Schwejk". Dann gibt es ein Interim mit Richard Widmark, der in Wien "Geheime Wege" dreht - mit Senta Berger als blondes Gretchen des donaustädtischen horizontalen Gewerbes. Danach kommt ein langfristiger Vertrag mit Artur Brauner zustande. Doch mit den Rollen ist sie nicht einverstanden: Musikfilme mit wenig Variationsbreite. Sie vermisst die Abwechslung. Dafür ist Maria Brauner, die Frau des Produzenten, für die junge Schauspielerin eine große Hilfe.

    Fortsetzung

    Foto: ZDF


Werbung