45 Minuten bis Ramallah

KINOSTART: 05.12.2013 • Tragikomödie • Deutschland (2013)
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
45 Minutes to Ramallah
Produktionsdatum
2013
Produktionsland
Deutschland

In Hamburg verdient Rafik seinen Lebensunterhalt als Tellerwäscher. Bei seiner Familie, die seit Jahrzehnten in Ost-Jerusalem lebt, lässt er sich nur selten blicken. Doch als sein Bruder Jamal heiratet, begibt er sich in seine alte Heimat. Sein Vater, erzürnt über seinen treulosen, verwestlichten Sohn, erleidet daraufhin im Streit einen Herzinfarkt und stirbt. Einen letzten Willen hat er jedoch: Er möchte in dem palästinensisch-autonomen Gebiet in der Nähe Ramallahs begesetzt werden. Die beiden Brüder machen sich samt des zu beerdigenden Leichnams des Vaters im Kofferraum auf den Weg - 45 Minuten dauert die Fahrt nach Ramallah. Eigentlich. Doch schnell entwickelt sich der Kurztrip der beiden Streithähne zu einer abenteuerlichen Odyssee voller Missverständnisse ...

Ein Roadmovie der etwas anderen Art: Mit viel schwarzem Humor nimmt sich deutsche Regisseur und Exil-Iraner Ali Samadi Ahadi, der für seine Culture-Clash-Komödie "Salami Aleikum" 2009 den Preis der Deutschen Filmkritik auf der Berlinale erhielt, den Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina vor. Auch der islamische Dschihad bekommt in der temporeichen, gut pointierten Tragikomödie sein Fett weg. Brillant: der 1978 in Lyon geborene Karim Saleh als Rafik. Saleh ist sogar in Hollywood kein Unbekannter mehr: So stand er bereits für Ridley Scotts "Königreich der Himmel" vor der Kamera, agierte in Steven Spielbergs fünffach Oscar-nominierter "München"-Variante als Terrorist Issa und war in Jon Favreaus "Iron Man 2" zu sehen. Witzig-schräge Kinounterhaltung über ein ernstes Thema.

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