Der junge Kurde Azad wird von seinem älteren Bruder nach Deutschland geholt. Dort stellt er schockiert fest, dass dieser als Zuhälter arbeitet, und wendet sich von ihm ab. In dem zwölfjährigen kurdischen Waisenjungen Ibo (Xewat Gectan, Foto) findet er bald einen neuen Freund. Als sich die beiden eines Tages in der U-Bahn mit einer türkischen Gang anlegen, geraten sie in eine schnell eskalierende Spirale der Gewalt ...

Der kurdisch-türkische Filmemacher Yilmaz Arslan, der bereits seit 1975 in Deutschland lebt, drehte dieses bittere wie äußerst gewaltvolle Migrantendrama, das 2005 mit dem Silbernen Leoparden der Filmfestspiele von Locarno ausgezeichnet wurde. Ähnlich wie in seinem Werk "Seelenschmerz" (1998) zeigt Arslan zunächst die Identitätssuche seiner beiden jungen Protagonisten zwischen unterschiedlichen Kulturen. Doch diese wird schnell durch die Jahrhunderte alte Feindschaft zwischen Kurden und Türken überlagert, die auch das Leben der beiden eigentlich friedliebenden Jungen völlig aus den Fugen geraten lässt. Kompromisslos lässt Yilmaz den archaischen Konflikten in einer kurdisch-türkischen Parallelwelt ihren Lauf - was ihm mitunter den Vorwurf einbrachte, die Türken seien in seinem Werk zu negativ dargestellt. Sicher kein Film für sanfte Gemüter!

Foto: WDR/Arslan-Film