Die Kinder der neuen Nazis: Die Dokumentation "Kleine Germanen" zeigt, wie es ist, in einer rechtsextremen Familie aufzuwachsen.

Wie wird jemand zum Rechtsextremen? Die Dokumentation "Kleine Germanen" zeigt, dass bei manchen Deutschen die Indoktrinierung schon in frühester Kindheit beginnt. Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger blicken in ihrem Film auf Kinder, die die in einem Umfeld aufwachsen, das die Werte unserer Demokratie ablehnt. Und das nicht nur im Neonazi-Milieu, sondern auch in der einstigen Mitte der Gesellschaft, die sich in Teilen immer weiter nach rechts bewegt.

In animierten Szenen erzählt der Film von Elsa, die in einer rechtsextremen Familie aufwächst. Schon als Kind wird ihr eingetrichtert, dass Zucht und Ordnung das wichtigste im Leben seien. Mit ihrem Großvater spielt sie Kriegsszenen nach, amerikanische Fernsehserien sind zu Hause verboten, dafür muss sie Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" auswendig lernen. Als sie älter ist, erzieht sie auch ihre eigenen Kinder zu strammen Nationalisten. Erst spät beginnt Elsa, an ihrer Gesinnung zu zweifeln.

Zwischen den Animationsszenen kommen in "Kleine Germanen" auch Experten zu Wort. Wie Verena Fabris von der Wiener Beratungsstelle Extremismus. "Wenn ich als Kind einer traditionsreichen rechten Familie aussteigen will, dann muss ich nicht nur meine Ideologie infrage stellen, mit der ich vielleicht auch aufgewachsen bin, sondern ich verliere auch mein gesamtes soziales Umfeld", erzählt sie in dem Film. "Ich verliere Kontakte zu Verwandten, ich verliere meinen Freundeskreis, mit dem ich auch aufgewachsen bin, und das macht es dann natürlich schwieriger auszusteigen."


Quelle: teleschau – der Mediendienst