Eine Figur kommt von links ins Bild, die andere von rechts. Sie kämpfen bis zum möglichst brutalen "Fatality"-Tod. Das dauert in der Regel nicht länger als eineinhalb Minuten. Kann man daraus einen Kinofilm von eineinhalb Stunden Spielzeit machen? Es wurde zumindest schon einige Male versucht. In den 90-ern entstanden bereits zwei "Mortal Kombat"-Filme, außerdem gab es mehrere TV-Serien. 2021 kam es schließlich zum ambitionierten Leinwand-Reboot. Fünf Jahre nach "Mortal Kombat" folgt jetzt ein zweiter Teil.
Etwa 55 Millionen Dollar soll "Mortal Kombat" (2021) gekostet haben, doch trotz spektakulärer Kampfszenen reagierten viele Fans und Kritiker ernüchtert auf die Videospiel-Adaption. Das Budget für "Mortal Kombat II" liegt nun angeblich bei knapp 70 Millionen Dollar, und vielleicht wird jetzt ja alles viel besser. Auf dem Regiestuhl sitzt erneut Simon McQuoid. Das Drehbuch, eine der größten Schwächen von Teil eins, schrieb diesmal Jeremey Slater ("Godzilla x Kong: The New Empire"). Zudem werden einige neue Charaktere aus dem großen "Mortal Kombat"-Universum eingeführt.
Manche Fans der Kampfspiel-Reihe werden sich freuen, dass neben den Aushängeschildern Scorpion (Hiroyuki Sanada) und Raiden (Tadanobu Asano) jetzt auch Figuren wie Shao Kahn (Martyn Ford) und Baraka (C.J. Bloomfield) zum Kino-Ensemble von "Mortal Kombat" gehören. Der spannendste Neuzugang ist aber gewiss Johnny Cage, einst entwickelt als Videospiel-Pendant zu Jean-Claude van Damme. Der Kämpfer, der 1992 schon im allerersten "Mortal Kombat"-Spiel mitmischte, wird verkörpert von "The Boys"-Star Karl Urban.
Gemeinsam mit anderen "Mortal Kombat"-Helden will Johnny Cage die "Schreckensherrschaft" von Shao Kahn beenden und das "Earthrealm" (der Hauptschauplatz der meisten Kämpfe) vor dem Untergang retten. Ein "gnadenloser, blutiger Kampf" soll es werden, "der alles Bisherige in den Schatten stellt". Ganz so blutrünstig wie das besagte erste Spiel von 1992, das bis vor wenigen Jahren auf dem Index stand, wird es aber wohl nicht: "Mortal Kombat II" ist freigegeben ab 16 Jahren. Ein dritter Teil der Reihe wurde bereits angekündigt.