Roland Kaiser heißt hier Roman König. Wenn ich behaupte, dass dies der beste Gag im neuen Münster-Tatort sei, ist das ungerecht. Aber nur ein bisschen. Besonders die Frauen haben schöne Momente. Mechthild Grossmann als Hardcore-Fan, völlig hin und weg, wenn sie König/Kaiser "Der Egoist" singen hört ... Oder Petra Kleinert als pfundige Reihenhauspflanze. Sie weiß, dass ihr Schnulzero viele Pferdchen am Laufen hat, blüht aber doch auf, wenn er ihr die Gunst schenkt. Oder Fritzi Haberlandt, halb Stalkerin, halb Premium-Groupie mit dem Wissen um ein Geheimnis zu viel.

Bei so einer Damen-Gala, zu der unbedingt auch Ulrike Krumbiegel als geplagte Managerin zu zählen ist, fragt man sich: Wo bleiben Prahl und Liefers? Wo bleibt Claus D. Clausnitzer als Vater Thiel? Zu Letzterem fällt dem Drehbuch nichts Originelles ein. Prahl und Liefers, die besten Schauspieler auf dem weiten Feld der Tatorte, benötigen a) gepfefferte Dialoge und b) eine Situationskomik, die nicht jedes Mal fünf Meter Anlauf braucht. Beides bleibt ihnen diesmal verwehrt. Ein leider sehr im "Summ, Summ, Summ" vertönender Tatort. Nicht spannend genug, um Krimi zu sein, nicht bekloppt ­genug, um Münster zu sein. Aber mit Kaiser. Detlef Hartlap

Foto: WDR/Martin Menke