Es sind die Gegensätze, die den Zuschauer in den neuen Bremer Tatort "Er wird töten" ziehen. Hier die über beide Ohren verliebte Inga Lürsen (Sabine Postel), die sich auf einen Abend mit ihrem Knuddelbären Leo Uljanoff (Antoine Monot Jr.) freut; dort ein zerstörerischer Schatten, der Stoffbären hinrichtet und wüste Drohungen an Wand und Fenster pinselt. Der Tatort als Thriller? Bei der letzten Folge aus Bremen, "Tatort - Puppenspieler", einer Geheimdienst-Fantasie, ging das gründlich daneben. Hier aber hält der Plot, die Spannung bleibt, auch wenn der Thriller am Ende wie ein abebbender Hurrikan zum simplen Whodunnit schrumpft.

Leo muss sterben, Inga trägt Trauer (Sabine Postel beeindruckt darin sehr), und Stedefreund, ihr wackrer Knappe, kehrt aus Kundus zurück, natürlich nicht ohne das in Filmen übliche ­Afghanistan-Trauma. Wer's war, verraten wir lieber nicht, die Fährten sind fernsehgerecht breit angelegt. Spannend bleibt die (letztlich nicht nachvollziehbare) Odyssee eines Tatmessers sowie die Frage, ob bei getöteten Kindern in Bremen keine Obduktion erfolgt. Sie hätte diesen Krimi überflüssig gemacht. Detlef Hartlap

Foto: Radio Bremen/Jörg Landsberg