Im frühen Morgengrauen werden Kriminalkommissar Lenz und seine Mitarbeiter aus dem Bett geholt. Auf einem Rastplatz an der Autobahn, der von den Fernfahrern als Ruhe- und Treffpunkt aufgesucht wird, wurde der Fahrer eines Tanklastzuges im Führerhaus seines Wagens erschossen aufgefunden. Der Zeitpunkt des Todes liegt schon etwas zurück: Der Mord muß, unbemerkt von Gästen und Personal der Raststätte, während der Nacht geschehen sein. Besitzer des Fahrzeuges ist eine Firma Oberkirchner in München, die für Raffinerien in Ingolstadt Öltransporte durchführt und ihre Fahrer im Akkord arbeiten läßt. Der getötete Fahrer ist ein Student, Bruno Harkort, der gelegentlich für Oberkirchner arbeitete und aus Kollegialität und entgegen seinen eigenen Plänen am Vorabend für den überarbeiteten Berufsfahrer Werner Latsche eingesprungen ist. Wer konnte ein Interesse daran haben, Harkort umzubringen? Wer wußte, daß er fuhr? Galt der Anschlag überhaupt ihm, oder war der ursprünglich eingeteilte Latsche dessen eigentliches Ziel? Latsches Leben ist das eines Akkordfahrers, der ständig auf Achse ist, ständig unter Zeitdruck, auf Fahrten ohne Beifahrer und mit manipuliertem Fahrtenschreiber; ein Leben voller Streß fast ohne Ruhepausen, das eines Tages zur Katastrophe führen muß. Erster Vorbote war ein schwerer Unfall mit drei Toten, der noch nicht lang zurückliegt. Latsche war zwar nicht schuld daran, hätte den Unfall aber vielleicht vermeiden können, wenn er nicht übermüdet gewesen wäre. Durch diesen vor kurzem erlebten Unfall war der Berufsfahrer angeblich so verunsichert, daß er Harkort bat, seine Fahrt zu übernehmen. Wie sich herausstellt, war der Ermordete ein radikaler Weltverbesserer und Neinsager und in dieser Rolle für die Kollegen vom Landeskriminalamt kein Unbekannter. Die Unterlagen dokumentieren Hausfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Teilnahme an gewalttätigen Aktionen, bei denen es Verletzte gab. Lenz erfährt außerdem, daß es eine tätliche Auseinandersetzung zwischen Harkort und seinem ebenfalls als Ruhestörer polizeibekannten Freund Widerberg gegeben hat, weil Harkort aus einer politischen Aktion aussteigen wollte. Alles deutet darauf hin, daß es sich um einen Fememord innerhalb einer Terroristengruppe handelt, und Widerberg wird festgenommen.