Drei Episoden aus der Feder des "Trainspotting"-Autors, alle über Leute aus einer wirklich deprimierenden Arbeitersiedlung im heutigen England. In der ersten geht es um einen jungen Mann, den es hart trifft: Er fliegt überall raus - aus dem Fußballteam, bei seiner Freundin, bei seinen Eltern und aus seinem Job. Und dann erscheint ihm auch noch Gott und verwandelt ihn in eine Fliege. Episode zwei erzählt die Geschichte eines allzu gutmütigen jungen Mannes, der sich von einem Luder ein Kind andrehen lässt. Während er sich um die Kleine kümmert, hurt das Luder mit dem Nachbarn rum. Der aber lässt sie sitzen, also hat das "Weich-Ei" das Luder wieder am Hals. Die dritte Story zeigt einen LSD-Freak, der auf dem Trip den Körper mit einem Neugeborenen tauscht. Seine Mutter wundert sich, mit welcher Begeisterung der Kleine sich nun stillen lässt. Währenddessen vegetiert der Körper des LSD-Freaks mit der Seele eines Kleinkindes im Krankenhaus vor sich hin.

Die drei Geschichten aus der englischen Unterschicht wollen Authentizität durch einen extrem rüden Jargon vortäuschen. Wie oft hier Ausdrücke der Sexual- und Fäkalsprache fallen, bekommt man mit keiner Strichliste beigehalten. Das ist in dieser übertriebenen Form genauso aufgesetzt wie die künstlich gesäuberte Sprache, die man hierzulande oft genug in sozialkritischen Filmen oder Büchern begegnet. Die einzelnen Geschichten machen nicht viel her, lassen am Ende eine schlüssige Pointe vermissen. Besonders schwach ist die letzte Episode, die auf Schenkelklatsch-Humor à la "Kuck mal wer da spricht" aus ist. Nicht alles also, was das - an sich vorzügliche - britische Kino der späten Neunzigerjahre zu bieten hat, ist eine filmische Goldgrube. Irvine-Welsh-Fans werden trotzdem auf ihre Kosten kommen, auch wenn die Qualität von "Trainspotting - Neue Helden" in weiter Ferne bleibt.