Etwa eine Wegstunde vom im Tal gelegenen Dorf entfernt, stehen die Höfe des 48jährigen Ortner-Martl und der 42jährigen Braunreuther Regina in Sichtweite gegenüber. Die Regina hat vor einigen Jahren ihren Mann durch Krankheit verloren, ihre Tochter hat bei einem reichen Bauern eingeheiratet, ist ausbezahlt worden und versorgt. So ist niemand da, dem sie den Hof übergeben könnte.Auch beim Ortner-Martl gibt es keinen Nachfolger. Seine kränkelnde Frau hat ihm mehrere Kinder geboren, die aber alle zu schwach gewesen sind, um am Leben zu bleiben. Nun hat auch sie die letzte Kraft verlassen, und wohl wissend, daß der Martl und die Regina eigentlich füreinander bestimmt sind, verläßt sie in Frieden mit sich diese Welt. Tatsächlich werden sich der Martl und die Regina schnell einig: Nach dem Trauerjahr soll geheiratet und die Wirtschaft der Höfe zusammengelegt werden.Eines Tages erhält der Ortner einen Brief der Verwandtschaft in der Stadt mit der Bitte, ein verwaistes Mädchen, das man nun lange genug durchgefüttert hat, aufzunehmen. Nach kurzem Überlegen erklärt sich der Bauer dazu bereit.Bald entpuppt sich die Anni als ernste Bedrohung für sein inneres Gleichgewicht. Es fällt ihm schwer, Strenge gegen das Mädchen zu zeigen. Er ertappt sich dabei, die Anni von den mühseligen Arbeiten auszusparen - er fängt an, ihr Präsente mitzubringen, aber auch höchst eifersüchtig zu reagieren, falls ein Bursche mit ihr anzubandeln versucht. Bald wird unter dem Gesinde der Höfe getratscht, und auch die Braunreuther Regina wird hellhörig. Als der Martl dann bei einem gemeinsamen Besuch des Kirchweihmarktes nur noch Augen fürs Annerl hat, läßt sich die Regina zum Trotz von dem 27jährigen stellungslosen Handwerksburschen Hermann Seebolzer zum Tanzen auffordern. Von der leichten Art des jungen Mannes angetan, nimmt sie ihn als Knecht auf. Und nun ist das Schicksal nicht mehr aufzuhalten.