Berlin, 2008: Nach 44 Jahren treffen sich Luisa und Paul wieder. Die beiden waren als Jugendliche Leidensgenossen in einem kirchlichen Erziehungsheim. Ausgenutzt als billige Arbeitskräfte wurden sie seelisch und körperlich misshandelt. Während Luisa zur offenen Rebellion neigte, plante der stille Paul heimlich ihre gemeinsame Flucht, um dem Grauen zu entkommen. Doch ihre Freiheit währte nur wenige Stunden.

Drama-Spezialist Dror Zahavi ("Zivilcourage, "Kehrtwende", "München '72 - Das Attentat") nahm sich des Tabu-Themas an und schildert mit ausgezeichneter Besetzung nach dem Bestseller "Schläge im Namen des Herrn" von Bundesverdienstkreuz-Träger Peter Wensierski eine an die Nieren gehenden Geschichte, die stellvertretend für ähnliche Schicksale steht. Wensierskis 2006 erschienenes Sachbuch löste eine breite politische und gesellschaftliche Debatte aus und führte zur Gründung eines Runden Tisches unter Antje Vollmer. 2010 einigten sich Kirchen und Staat, mindestens 120 Millionen Euro an Hilfen für ehemalige Heimkinder bereitzustellen, 2011 wurde der Betrag um weitere 30 bis 40 Millionen Euro aufgestockt.

Foto: ZDF/Nicolas Maack