Jennifer ist die kapriziöse Tochter von Hoteldirektor Dr. Karl Blankenburg. Nach allerhand Eskapaden der Primadonna in Berlin gibt der Vater seiner Tochter eine letzte Chance: Zwecks Disziplinierung verdonnert er sie dazu, als Zimmermädchen unter falschem Namen in seinem Hotel auf dem Land zu arbeiten. Natürlich ist die verwöhnte "Kleine" mit der ungewohnten Tätigkeit flugs überfordert und wird von der Hausdame Karin Kern auf Schritt und Tritt argwöhnisch beobachtet. Mit ihrer Zimmergenossin Michelle entwickelt sie bald ein gutes Verhältnis. Blankenburg engagiert sicherheitshalber Mike, den Neffen des Rezeptionisten Harry Sommer, um Jennifer heimlich auf die Finger zu schauen. Mike ist für Jennifer gleich bei der ersten Begegnung ein rotes Tuch. Doch wie das Leben so spielt, kommen sie einander näher. Dabei verbiegen sie - des besseren Eindrucks wegen und um das gegenseitige Inkognito zu wahren - ihre Lebensgeschichte und lügen das Blaue vom Himmel herunter. Und so stehen ihnen bis zum Happy-End noch etliche Irrungen und Wirrungen im Weg. In den verwickelten Paar-Beziehungen zwischen Vater und Tochter und zwischen Onkel und Neffe wird auch das deutsche Ost-West-Verhältnis humoristisch gespiegelt, wenn die reiche West-Tochter auf den armen Ost-Neffen trifft. Die psychologische Quintessenz der Geschichte ist einfach: Die zwei Jungen lernen durch ihre Liebe, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und für ihre Träume zu kämpfen. Und die beiden Alten müssen einsehen, dass rigide Kontrolle und ein enges Korsett nicht die besten Erziehungsmethoden sind. Vertrauen ist eben alles. Am Ende haben alle Figuren den Standpunkt gewechselt und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Die Schauspieler lassen ihre Lust am komödiantischen Spiel freien Lauf. Insbesondere Peter Simonischek und Gerd Wameling knüpfen hier an "Kunst", ihren großen Lacherfolg an der Berliner Schaubühne an. Nachhaltig unterstützt wird dieser runde und schöne Gute-Laune-Film durch die emotionale Musik von Ludwig Eckmann. Berno Kürten ist es gelungen, mit seinem ersten ZDF-Fernsehfilm generationsübergreifend temporeich und vergnüglich zu unterhalten. Bei allen nostalgischen Anklängen an die fünfziger Jahre zeigt er einen unverkennbar heutigen, leicht ironischen Film, in dem er über die Romantik die Komik nicht vergisst.