Auch zwei Generationen nach dem Holocaust ist Antisemitismus, das heißt, die pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums, sind derartige Strömungen weltweit noch immer vorhanden. Doch was bedeutet der Begriff Antisemitismus eigentlich heute und wie reagieren Israelis auf ihn?

In "Checkpoint" (2003) beschäftigte sich der israelische Filmemacher Yoav Shamir mit den ebenso banalen wie harten Alltag an den Grenzkontrollpunkten zwischen Israel und Palästina, dagegen porträtierte er in "Flipping out" (2007) junge israelische Ex-Soldaten, die ihre Abfindung für Drogen ausgeben, um die Schrecken des Krieges zu verdrängen und ihr Leben einfach nur zu genießen - mit fatalen Folgen. Nun widmet er sich der Frage, wie Juden weltweit mit dem latenten Antisemitismus umgehen. Dafür traf sich Shamir mit Gelehrten und Experten wie etwa den kontrovers diskutierten Historiker Norman Finkelstein ("Die Holocaust-Industrie"), der die unpopuläre Ansicht verbreitet, dass der Antisemitismus von der jüdischen Gemeinschaft und im Besonderen von Israel benutzt wird, um politisch zu gewinnen. Nur eine der vielfältigen wie empört aufgenommenen Erklärungsansätze, die die geläufige Terminologie von Antisemitismus immer mehr in Frage stellen. Sicher ein Grund, warum Shamirs Werk in seiner Heimat wieder einmal äußerst kritisch aufgenommen wurde und dem Regisseur sogar Nestbeschmutzung vorgeworfen wurde.

Foto: RealFiction