Bei einer Busfahrt beobachtet Kriminalhauptkommissar André Langner, wie zwei deutsch-türkische Jungs eine Gruppe von Jugendlichen bedrängen und ihnen ein Smartphone wegnehmen wollen. Während die anderen Fahrgäste wegschauen, geht Langner beherzt dazwischen. Womit er nicht gerechnet hat: Er wird angepöbelt und stürzt schließlich eine Bahnhofstreppe hinunter. Als Staatsanwalt Barnabas an dem älteren der beiden Jungs ein Exempel statuieren will, eskaliert die Situation bei der Gegenüberstellung, zu der Sozialarbeiter und ihr Anwalt die Brüder Murat und Aslan begleiten. Langner, der sich an nichts erinnern kann, fühlt sich bald massiv unter Druck gesetzet und wird dem Anwalt gegenüber handgreiflich. So wird Lagner zum Fall für seine eigene Abteilung, die Interne Ermittlung um Eva Maria Prohacek ...

Regisseur Martin Weinhardt ("Anwalt Abel - Der Voyeur und das Mädchen", "Schiller"), der zuvor schon den Fall "Unter Verdacht - Mutterseelenallein" beklemmend in Szene setzte, zeichnet auch für diese gelungene Episode verantwortlich. In seinem Drehbuch, das er zusammen mit Thomas von Grudzinski geschrieben hat, thematisiert er ohne erhobenen Zeigefinger aktuelle Probleme wie Jugendkriminalität und das nicht einfache Leben von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, zeigt aber auch mit einem gehörigen Schuss Medienkritik, wie ein kleines Diebstahldelikt zur Staatsaffäre aufgebauscht wird. Wie immer von der Stammbesetzung um Senta Berger gut gespielt, überzeugen besonders die beiden Jungdarsteller Aram Arami ("Fack ju Göhte", "Die Fremde") und Samy Abdel Fattah ("Jeder Tag zählt") als deutsch-türkisches Brüderpaar.

Foto: ZDF/Erika Hauri