Der letzte Schrei für stinkreiche Amis ist der Vergnügungspark Delos. Für läppische tausend Dollar täglich stehen hier drei perfekt nachgebildete historische Landschaften zur Verfügung: das alte Rom, die Ritterszeit und "Westworld", der Westernpark. Der Witz dabei: In allen drei Welten laufen Androiden herum, die von echten Menschen nicht zu unterscheiden sind. Ob man sich nun den Liebeskünsten einer römischen Vestalin hingibt oder sich im Duell mit einem Revolverhelden misst, spielt keine Rolle: Spaß ist garantiert. Und passieren kann natürlich nichts. Die Freunde Peter und John wollen auch einmal nach Herzenslust in Westworld herumballern, doch plötzlich spielt der Revolvermann verrückt und knallt die Touristen ab. Bald ist auch anderswo die Hölle los: Die elektronischen Rittersleut' hauen mit ihren Streitäxten nicht mehr daneben, und auch im alten Rom wird fleißig massakriert. Die Katastrophe ist perfekt...

"Westworld" war die erste Regie-Arbeit des Bestseller-Autors Michael Crichton. Wie auch in seinem Buch-Hit "Jurassic Park" geht es hier um Auswüchse der Unterhaltungsindustrie. Wenn ethische Grundsätze nichts mehr zählen und die Befriedigung niederer Triebe (Leute abknallen und Herumhuren) in den Vordergrund treten, hilft auch alle Technik nichts, so die Botschaft dieses Films. Crichton hat zwar die tieferen Schichten, die seine Story eigentlich anbietet, nicht weiter ausgelotet; er konzentriert sich auf die direkte Aktion. Die dankbarste Rolle hat Yul Brynner, der wie in "Die glorreichen Sieben" ausstaffiert ist und als Androide vollkommen glaubhaft wirkt. "Westworld" hatte großen Erfolg und zog eine brauchbare Fortsetzung nach sich. Regisseur Richard T. Heffron inszenierte "Futureworld - Das Land von übermorgen" 1976 mit Peter Fonda und Blythe Danner.

Foto: ARD/Degeto