Nouadhibou, eine kleine Stadt an der mauretanischen Küste ist das Casablanca des 21. Jahrhunderts. Hier, zwischen Wüste und Meer, im Hotel Sahara, begegnen sich zahllose Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Reisende aus allen Staaten südlich der Sahara erreichen diesen Schmelztiegel der Kulturen, der seit Jahrzehnten Menschenströme aufnimmt und sie über das Meer weiter in Richtung Spanien schickt. Doch was den meisten als hoffnungsvoller Ausgangspunkt für ein neues Leben gilt, erweist sich allzu oft als Endstation der Migrations-Träume.

Dokumentarfilmerin Bettina Haasen porträtiert einige der in Nouadhibou gestrandeten Menschen in atmosphärisch dichten und eindringlichen Bildern, die die Wünsche und Ängste der Protagonisten spürbar machen. Ihr gelang eine intime Momentaufnahme eines Provisoriums zwischen Ankunft und Abreise, zwischen Todesnachrichten und Hoffnungseuphorie, zwischen Zukunftsträumen und der enttäuschenden Gegenwart.

Foto: Neue Visionen