Charlotte Lindholm ist im Mutterschutz und verbringt die Zeit mit ihrem fünf Monate alten Sohn David. Ganz ausgelastet fühlt sie sich nicht, und deswegen beginnt sie, sich intensiv mit Hirnforschung, insbesondere mit menschlicher Erinnerung, zu beschäftigen. Charlottes Chef Bitomsky verweigert erst mal ihren Wunsch, halbtags zu arbeiten. Im Tatendrang etwas ausgebremst, willigt sie ein, ihre freie Zeit mit David und Martin in dessen neu erworbener Schrebergartenlaube zu verbringen. Gleich zu Beginn ihres Aufenthalts in der Kolonie "Erntedank e.V." wird die Leiche von Albrecht Leimen, Vorstand des Vereins, abtransportiert. Charlotte wittert sofort Ungemach, zumal ihr die Bewohner der Kolonie etwas merkwürdig erscheinen. Doch Albrecht Leimen - so findet der neue Mitarbeiter in der Rechtsmedizin Edgar Strelow heraus - ist eines natürlichen Todes gestorben. Herzinfarkt beim Heckeschneiden, so lautet die Diagnose. Dieser Vorfall ereignete sich auf einem Grundstück, das ihm gar nicht gehörte und auf dem auch niemand mehr wohnte, seit dessen ehemaliger Pächter Helmut Zacher Mitte der Neunzigerjahre nach Kanada ausgewandert war. Während Charlotte immer mehr Beobachtungen macht, die sie vermuten lassen, dass etwas in dem herbstlichen Idyll des Schrebergartens nicht stimmt, wertet Martin das als Hirngespinst einer unterbeschäftigten Kriminalhauptkommissarin...

Regisseurin Angelica Maccarone legte in ihrer Karriere qualitativ recht unterschiedliche Werke wie "Ein Engel schlägt zurück", "Fremde Haut", "Verfolgt" oder "Vivere" vor. "Erntedankfest e. V." ist die zweite Zusammenarbeit mit Hauptdarstellerin Maria Furtwängler, mit der sie 2007 bereits die "Tatort"-Episode "Tatort - Wem Ehre gebührt" abdrehte. Erneut nach dem eigenen Drehbuch inszeniert, kann die Folge allerdings nur bedingt überzeugen, zu unwahrscheinlich sind so manche Drehbuchwendungen, zu langatmig der Plot. Noch dazu sind die Schrebergärtner allzu klischeehaft gezeichnet.