Die junge Staatsanwältin Esther Dorwald führt in Berlin die Anklage im Prozess gegen den Geschäftsmann Robin Böhme wegen Auftragsmord und Erpressung. Alles sieht laut Anklageschrift nach einer Verurteilung aus. Da steht sie dem Angeklagten, den sie bisher nur aus Akten kannte, zum ersten Mal im Gerichtssaal persönlich gegenüber. Sie erstarrt und bricht dann zusammen: Dieser Mann hatte sie als Studentin in Halle überfallen und schwer sexuell gedemütigt und genötigt. Er hatte sie unter Drohungen und Schlägen im Stadtpark gezwungen, sich nackt vor ihm auszuziehen und in demütigenden Stellungen vor ihm zu posieren. Obwohl sie vom Täter seinerzeit eine genaue Personenbeschreibung hatte abgeben können, verliefen die polizeilichen Ermittlungen vor etwa 20 Jahren im Sande. Esther rechnet: In genau zwei Wochen ist diese Tat verjährt. Wie kann sie den Täter jetzt noch dingfest machen? Das ist der einzige Gedanke, der Esther jetzt umtreibt ...

Krimi-Spezialist Thorsten Näter ("Tatort - Requiem", "Die Abrechnung", "Die Toten vom Schwarzwald") drehte nach dem Buch von Detlef Michel ("Kunstfehler", "Eine folgenschwere Affäre") diesen gelungenen Mix aus Thriller und psychologischem Drama. Näter setzte hier einmal mehr auf das Spiel von Ann-Kathrin Kramer, mit der er zuvor unter anderem Werke wie "Polizeiruf 110 - Tod im Atelier", "30 Tage Angst" und "Commissario Laurenti - Totentanz" in Szene gesetzt hatte. An Kramers Seite spielt "Tatort"-Kommissar Klaus J. Behrendt den Ehemann, Simon Licht ("Der Baader Meinhof Komplex") gibt ihren Peiniger, den sie nach Jahren noch zur Rechenschaft ziehen will.

Foto: ZDF/Christoph Assmann