Als Ende der Sechzigerjahre bei der Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien in Berlin der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wird, führt das zu einer weiteren Radikalisierung der Kinder der Nazi-Generation. Angeführt vom macho-mäßigen Revoluzzer Andreas Baader und dessen Freundin, der Pfarrerstochter Gudrun Ensslin, geht man bald gewaltsam gegen das Establishment vor. Bei einer Befreiungsaktion schließt sich auch die Star-Kolumnistin Ulrike Meinhof der Gegenbewegung an und kämpft fortan im Untergrund gegen das neue Gesicht des Faschismus. Als Rote-Armee-Fraktion wird schließlich der Bundesrepublik Deutschland der Krieg erklärt. In einer Spirale der Gewalt nimmt die Brutalität mehr und mehr zu ...

Nach dem gleichnamigen Sachbuch des ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteurs Stefan Aust brachten Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel ("Letzte Ausfahrt Brooklyn", "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") 10 Jahre des Terrorismus’ der RAF auf die Kinoleinwand. Von 1967 bis zum "Deutschen Herbst" von 1977 mit dem Stammheim-Tod der Top-Terroristen werden hier die wichtigsten Stationen bebildert, ohne jedoch genauere Hintergründe, Tatmotive oder Reflektionen zu liefern. Was bleibt: Ein Bilderrausch mit einer Aneinanderreihung von Taten, viel Geballer, zunehmendes Morden und die mitunter hilflosen Aktionen seitens der Staatsvertreter. Für Nichtkenner mag dies ganz interessant sein – alle anderen fragen sich, was das eigentlich soll? Immerhin sind die Bilder durchaus gelungen und die Darsteller gut zurecht gemacht. Allerdings tauchen immer wieder Charaktere auf, bei dem selbst mit dem Thema Vertraute oft nicht wissen, wer dies nun sein soll. Aber egal, so schnell wie sie auftauchen, verschwinden sie auch wieder. Die Konzentration auf einige wenige Charaktere hätte dem Film sicher besser getan! Trotzdem gab es 2009 eine Oscar-Nominierung als bester nicht englischsprachiger Film.

Foto: Constantin