Innen- und Außenansichten von Atomkraftwerken, harmlos sieht das alles aus: Aufgeräumt und sauber geht es zu, Schulungszentren und Forschungsstätten sind Nachbarn der Atommülllager, die Gebäude sind voller Pumpen, Röhren, Druckgefäße, Verkabelungen, Armaturen, blinkenden Anzeigen und Schalttafeln. Doch die Werke kommen aus einer anderen Zeit, viele haben 20 Jahre und mehr auf dem Buckel - im sich immer mehr beschleunigenden Technologie-Zeitalter sind dies Welten.

Ohne seine Bilder zu kommentieren, taucht Filmemacher Volker Sattel in "Unter Kontrolle" in eine für Normalsterbliche verschlossene Welt ein: die Welt deutscher und österreichischer Atomanlagen. Jahrzehnte wurden der Technologie bedingungslos vertraut - trotz Störfällen wie im Kraftwerk Three Mile Island in den USA 1979 oder der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986. Doch nach den Nuklearkatastrophen von Fukushima 2011 hat sich die Welt für die Kraftwerksbetreiber - zumindest in Deutschland - entscheidend verändert. Experten sind sich einig, dass Atomkraftwerke eben nicht zu 100 Prozent "Unter Kontrolle" sein können, der Ausstieg rückt immer näher. So ist Sattler in bemerkenswerten Bildern ein sehenswerter Abgesang auf eine nicht zu beherrschende monströse Technologie gelungen.

Foto: Stefanescu/Sattel/Credofilm