Der 25-jährige Wesley Gibson scheint zu einem Leben in der Bedeutungslosigkeit verdammt zu sein. Als Büroangestellter lässt er fast täglich die Schimpftiraden seiner wohlgenährten Chefin über sich ergehen und weiß außerdem, dass ihn seine Lebensgefährtin mit seinem besten Freund betrügt. Doch das Leben in vollkommener Banalität findet ein jähes Ende, als er von der toughen Fox erfährt, dass er der Sohn eines berühmten Profikillers ist und dass sein Vater einer geheimen Bruderschaft angehörte. Leider wurde er kürzlich von einem abtrünnigen Bruder ermordet. Und genau auf den hat es nun die Geheimgesellschaft abgesehen und hat Wesley als Waffe gegen den Abtrünnigen auserkoren. Doch der einstige Langeweiler benötigt zunächst einmal ein hartes Training. Erst zu spät bemerkt der Neuling, dass er nur das Mittel zum Zweck sein soll ...

Das kasachische Regie-Talent Timur Bekmambetow ("Wächter der Nacht", "Wächter des Tages") liefert mit dieser Adaption der Comic-Reihe des Schotten Mark Millar sein mehr als furioses Hollywood-Debüt. Zugegeben: Die Geschichte klingt nach einem 08/15-Actionstreifen ohne Sinn und Verstand. Doch was Bekmambetov daraus macht, ist schlichtweg grandios. Die vielen visuellen Spielereien wären für ein Dumpfbacken-Kino nicht nötig gewesen. Atemberaubende Stunts, brillante Kamerafahrten, verspielte Details und Schauspieler, die zum Glück ihre Rollen nicht allzu ernst nehmen, aber dennoch mit körperlicher Präsens überzeugen. Vor allem dem Durchschnittsgesicht James McAvoy hätte man einen derart starken Auftritt kaum zugetraut.

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