Der 36-jährige Oliver will das Weihnachtsfest nicht schon wieder allein verbringen. Deshalb klaut er sich kurzerhand eine Familie zusammen. Seine Opfer betäubt er und verschleppt sie in die zugemauerte 18. Etage eines leerstehenden Plattenbaus. Schon nach kurzer Zeit hat Oliver "seine Familie" zusammen: eine Frau, drei Kinder, eine Oma, einen Opa und einen Hund. Das Familienleben kann also beginnen, doch zunächst steht erst mal die Erziehung aller Mitglieder an...

Eines muss man Regiedebütant Marc Meyer schon lassen: Die Idee, die hinter seiner absurden, kammerspielartigen Tragikomödie steht, ist nicht schlecht, obwohl sie mit ihrem verschlossenen Raum, in dem unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und jeder Menge Neurosen aufeinander treffen, an einschlägige TV-Formate wie "Big Brother" erinnert. Schauspielerisch ist an Meyers Werk nicht viel auszusetzen, die geklauten Familienmitglieder wirken jedes für sich authentisch, doch fragt man sich, ob Entführungsopfer immer so bereitwillig mit ihrem Peiniger zusammen leben, ohne dass ihre Ängste offensichtlich werden. Zumal der Zuschauer über die tatsächlichen Beweggründe des Entführers, der von dem hierzulande weitgehend unbekannten bulgarischen Charakterdarsteller Samuel Finzi verkörpert wird, zunächst einfach zu wenig erfährt. Wenn am Ende sein Rätsel gelöst wird, ist dies eher ernüchternd.