Der fleißige Regisseur Winterbottom inszenierte dieses lange Wochenende dreier Schwestern im heutigen London. Aus vielen Einzelszenen mit vielen Personen - immerhin gibt es 13 wichtige Figuren - fügt sich ähnlich wie bei Robert Altman und seinem vielzitierten "Short Cuts" am Ende ein Gesamtbild zusammen - hier ergibt es ein Familienporträt. Die drei Schwestern sind: Nadia, die mit ihren Bekanntschaftsanzeigen immer Pech hat; Debbie, die nach der Trennung von ihrem Mann mit wildfremden Typen herumhurt; die schwangere Molly, deren Mann von einem Einkauf nicht zurückkehrt...

Das britische Kino der späten Neunziger Jahre bleibt sich in seinem Interesse für sozial angehauchte Stoffe treu. Michael Winterbottom strebt in seiner Komödie größtmöglichen optischen wie akustischen Realismus an. Die deutsche Synchronisation bemüht sich, die Atmosphäre des Originals durch den Einsatz von Körpermikrophonen einfangen, die auch das Kleiderrascheln der Sprecher wiedergeben. Im Bild dominiert der körnige Dokumentarcharakter von 16mm-Material. Fast könnte dies ein Film der "Dogma"-Schule sein, doch hat es in Großbritannien schon früher Filme dieser schnörkellosen Machart gegeben, etwa bei Ken Loach ("Riff Raff", "Raining Stones"). Für Freunde dieser Art von Kino ist dieser Film ansprechende Unterhaltung.