Mord in der Sozialbausiedlung: Eigentlich wollte der Sozialarbeiter Marco Steinbrück vom Kölner Jugendamt die kleine Clara in ein Heim bringen. Doch nun ist er tot, er wurde erschlagen, und die vierjährige Clara ist verschwunden. War es eine Verzweiflungstat der Eltern? Am Tatort treffen die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk auf die sichtlich angetrunkene Stefanie Karstmann, die gerade von einer durchzechten Nacht nach Hause kommt. Schon öfter hatte die sehr junge Mutter ihre kleine Tochter in der verwahrlosten Wohnung alleine gelassen. Für sie ist der Fall klar: Michael Donker, der Vater des Kindes, muss es gewesen sein. Schließlich hatte er Clara schon einmal entführt ...

Dass Thomas Jauch spannende Unterhaltung zu inszenieren weiß, zeigte er in der Vergangenheit bereits mit den "Tatort"-Fällen "Tatort - Atemnot" (mit Maria Furtwängler) und "Tatort - Stille Tage" (mit Sabine Postel). Mit "Kaltes Herz" kann Jauch allerdings nicht an diese Qualität anschließen. Zu konstruiert und gewollt kommt das Drehbuch von Peter Dommaschk und Ralf Leuther daher, so dass hier wieder einmal mehr ein Sozialdrama denn ein spannender Kriminalfilm entstand. Glück im Unglück hatte das Filmteam übrigens bei einer Szene, die im Kölner Stadtarchiv gedreht wurde, denn nur wenige Tage später stürzte der gesamte Gebäudekomplex in sich zusammen.

Foto: WDR/Uwe Stratmann