Zweifellos sind Elise und Didier ein ungewöhnliches Paar. Sie betreibt nicht nur einen Tattoo-Shop, sondern hat auch ihren Körper reich tätowiert. Er hingegen liebt das Leben auf dem Land ebenso wie sein Banjo und die Bluegrass-Band, in der er spielt und singt. Als sie sich das erste Mal begegnen, packt beide die Leidenschaft. Aus der wird schließlich eine tiefe Liebe. Dann schenkt das Glück den beiden auch noch die Tochter Maybelle. Das unorthodoxe Leben scheint perfekt, bis Maybelle an Krebs erkrankt ...

Der flämische Regisseur Felix Van Groeningen konnte schon mit dem ungewöhnlichen Werk "Die Beschissenheit der Dinge" überzeugen. Diesmal schickt er den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und inszenierte nach dem Theaterstück seines Hauptdarstellers – mit dem er hier zum dritten Mal zusammenarbeitete - eine packende Liebesgeschichte, die ähnlich ehrlich (und deshalb deftig) daherkommt wie einst Paul Verhoevens "Türkische Früchte". Dabei lotet er gekonnt den schmalen Grat zwischen tieftraurigen Momenten und höchsten Glücksgefühlen aus, springt in den Erzählzeiten manchmal wild hin und her, so dass der Zuschauer selbst die Stringenz der intensiven Geschichte zusammensetzen muss. Die Musik ist gewöhnungsbedürftig, die Kamera bemerkenswert. Sensible Gemüter unter den Zuschauern sollten allerdings genügend Taschentücher bereithalten. Richtig stark!

Foto: Menuet Films/Pandorafilm