Im Nationalsozialismus entstanden in Deutschland 1200 Spielfilme - gut 100 von ihnen gelten bis heute als sogenannte Propaganda-Filme. Um die 40 von diesen (etwa Veit Harlans "Jud Süß" oder der inszenatorisch brillante "Kolberg") sind bis dato auf legalem Wege nicht zugänglich. Die Fragen, die nun Filmemacher Felix Moeller aufwirft: Sollte diese Zensur aufgehoben werden? Und: Wie soll mit dem filmhistorischen Erbe zukünftig umgegangen werden?

In seiner Dokumentation geht Regisseur Felix Moeller zunächst der Beantwortung der Frage nach, warum zahlreiche dieser Filme bis heute in Giftschränken unter Verschluss sind. Ebenfalls versucht er mittels Interviews und Experten-Gesprächen, die Frage zu beantworten, ob das Verbot von Propaganda-Filmen noch zeitgemäß ist oder ob sie besser zur gesellschaftlichen Aufklärung der damaligen Gräueltaten eingesetzt werden sollten. Leider werden nicht alle Fragen hinlänglich bzw. nur oberflächlich oder unzureichend geklärt. Dennoch zeigt Moeller viele interessante Aspekte auf und bearbeitet gleichzeitig ein dunklers Kapitel der Filmgeschichte.

Foto: Salzgeber