Ein Schleckerei für Zwischendurch - Gary Oldman
als Vampir-Graf

Bram Stoker's Dracula

KINOSTART: 13.11.1992 • Horrorfilm • USA (1992) • 128 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Dracula
Produktionsdatum
1992
Produktionsland
USA
Budget
40.000.000 USD
Einspielergebnis
215.862.692 USD
Laufzeit
128 Minuten

Die bekannteste Geschichte des Literaturkritikers Bram Stoker: Der Vertreter einer englischen Immobilienfirma reist nach Transsylvanien, um dort mit Graf Dracula einen Kaufvertrag über ein Haus im viktorianischen London abzuschließen. Im Schloss des Grafen angekommen, erweist sich dieser als finster-sinistre Gestalt. Infolge des Todes seiner Braut vor 400 Jahren entsagte er Gott und wurde zu einer untoten Kreatur des Bösen, die nun - nach Jahren der Einsamkeit - seine vampirische Art in der Metropole fortzupflanzen gedenkt. Denn dort gibt's frisches Blut zur Genüge. Nach seltsamen Geschehnisse engagieren skeptische Köpfe Professor Van Helsing, einen Fachmann in Sachen übernatürlicher Erscheinungen und Wesen. Ein tödlicher Zweikampf nimmt seinen Lauf ...

Diente den meisten Regisseuren die Figur des adligen Vampirs lediglich als Aufhänger für diverse Grusel- und Ekeleffekte - z. B. die unzähligen Düster-Versionen der englischen Hammer-Produktionsgesellschaft mit Christopher Lee -, so orientiert sich nun Coppola in der x-ten Verfilmung inhaltlich weitestgehend - wie vorher nur die Fassungen von Tod Browning (Dracula mit Bela Lugosi und Kameramann Karl Freund) und John Badham (Dracula) - an der literarischen Vorlage. Was dieser nicht innewohnt, sind lediglich die Western-Ingredienzien, die Coppola dezent einzusetzen versteht. Die erotische und auch romantische Komponente der Gruselmär wird - wie bei Badham - ebenfalls thematisiert. Coppola zeigt überdeutlich, dass er den Gothic-Horror des Romans zu schätzen weiß und auch den expressionistischen Stummfilmklassiker "Nosferatu - Symphonie des Grauens" von Murnau - übrigens die erste Filmversion des Vampir-Themas frei nach Stoker - genaustens studiert hat. Denn er hat einige Motive daraus in seinen Film verwendet. Außerdem ist das Werk mit Anleihen von Gruselmomenten aus dem Filmschaffen Fritz Langs gespikt. Spätestens seit "Batman" weiß die US-amerikanische Filmindustrie wieder opulente Studiobilder gekonnt zu inszenieren. Coppola entwirft ein oftmals überraschendes Dekor mit einer enormen visuellen Kraft, zeigt imponierende Bilder, außergewöhnliche Masken, imposante Kamerafahrten und hervorragende Darsteller, allen voran Tom Waits als Renfield im Irrenhaus. Ein kurzweiliges visuelles Ereignis!

Foto: Columbia

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