Eigentlich will Gänserich Peng (deutsche Stimme: Markus Pfeiffer) mit seinem Schwarm dem nahenden Frost entfliehen und gen Winterquartier fliegen. Doch wie so oft kommt alles anders als erwartet. Ganz kindgerecht wird eine Geschichte konstruiert, die zwar im Ansatz liebevoll inszeniert ist, aber schnell in einen Trott verfällt, der den Zuschauer im Gänsemarsch ins abrupte Ende lotst. Daran könnten zwar die kleinsten Kinogänger Gefallen finden, aber bereits ältere Kinder dürften die zahlreichen Pups- und Slapstick-Witze nicht von der doch sehr dünnen Geschichte ablenken.

Peng ist ein draufgängerischer Gänserich: Ständig bringt er durch seine waghalsigen Flugeinlagen Chaos in die V-Formation seines Schwarms. Völlig genervt ziehen seine Kollegen schon einmal ohne ihn in den Süden und erwarten, dass Peng nachkommt. Doch sein tollkühnes Verhalten geht nicht lange gut. Er verletzt sich den Flügel und kann nicht mehr fliegen. Zu allem Überfluss wird Peng auch noch unfreiwillig zum Retter der zwei Entenküken Lissy und Lucky (Sprecher: Marcia von Rebay und Norman Endres), die ihm nicht mehr von der Seite weichen. Völlig genervt, aber aus reinem Selbsterhaltungstrieb, nimmt er die beiden mit auf seine Reise. Langsam wachsen ihm die beiden Entenküken ans Herz, und das große Abenteuer kommt in Fahrt.

Wenn eine Sache so gut wie immer bei Kindern funktioniert, dann sind es Slapstick-Momente. Am besten in der Kombination mit Pupsgeräuschen, schon sind Lacher der ganz jungen Kinogänger garantiert. Dennoch sollte man es damit nicht übertreiben. Auch nicht in China. Denn "Gans im Glück" ist eine amerikanisch-chinesische Koproduktion mit Sitz des verantwortlichen Animationsstudios in Fernost. Original Force Animation hat zwar den Ruf, mit den technischen Möglichkeiten durchaus an die amerikanischen Kollegen heranzureichen, aber an vielen Stellen im Film wird klar, dass noch Luft nach oben ist.

Das Produktionsland fällt nicht nur in der Animation auf, sondern auch in der Geschichtsführung. Christopher Jenkins, der britische Drehbuchautor und Produzent ("Home – Ein smektakulärer Trip" und "Könige der Wellen"), entwickelt zwar eine Geschichte, die mit dem Vater-wider-Willen-Thema durchaus funktioniert, sich aber an das Publikum aus Fernost anpassen muss. Das wird vor allem durch die Schauplätze deutlich – was der Geschichte zwar keinen Abbruch tut, manchmal aber trotzdem etwas seltsam wirkt.

Das größere Problem besteht darin, dass man zwar Peng und seine beiden kleinen Gefährten schnell ins Herz schließt, es aber vor allem an spritzigem Witz fehlt. Denn nach dem gefühlt 20. Furz des immerhungrigen Lucky ist es dann auch mal gut. Einzelne, auf Erwachsene zugeschnittene Humormomente sind leider selten, und die Geschichte verschenkt ihr Potenzial. "Gans im Glück" fühlt sich einfach zu oft an wie eine schon tausendmal gesehene 08/15-Abenteuerreise – nur eben dieses Mal mit Federvieh.

Es ist offensichtlich, dass "Gans im Glück" vor allem dazu dient, in den schwierig zu erobernden chinesischen Filmmarkt vorzudringen. Doch selbst wenn der Film dort funktionieren mag – ob er auch hier Kinderherzen höherschlagen lässt, ist gans und gar nicht gewiss.

Quelle: teleschau – der Mediendienst