1994 avancierte Sönke Wortmann Komödie "Der bewegte Mann" mit mehr als vier Millionen Kinobesuchern zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres. Die spritzige Komödie, in der so herzhaft gelacht werden konnte, beruht auf dem gleichnamigen Comic des Zeichners Ralf König, den dieser bereits sieben Jahre zuvor vorgelegt hatte. In einem kleinen westfälischen Dorf aufgewachsen, absolvierte König zunächst eine Tischlerlehre und begann erst danach mit dem Zeichnen. Nach einer Zwischensation in Dormund, wo er seine ersten Werke veröffentlichte, zog er schließlich nach Köln. Nach diesem Kinoerfolg war der bekennende Homosexuelle König, der in "Der bewegte Mann" selbst in einer kleinen Rolle als Drag Queen zu sehen war, plötzlich bekannt wie ein bunter Hund. Seither hat König als Chronist des schwulen Alltags auch ein großes heterosexuelles Publikum begeistert. Bei seiner Themenauswahl schreckt König auch vor der Nutzung von Klischees nicht zurück, und eckt gern auch mal mit seinen Werken an.

Der ebenfalls homosexuelle Filmemacher Rosa von Praunheim nähert sich in seinem Dokumentarfilm dem Phänomen Ralf König, der seit seinem Durchbruch neben Walter Moers und Brösel zu den bekanntesten Zeichnern und Comicbuch-Autoren Deutschlands zählt. Praunheim hat König auf einer Lesereise begleitet, zeigt ihn bei einem Treffen mit einem Megafan aus der Schweiz und zeichnet die Lebensgeschichte Königs nach. Immer nah an seinem Protagonisten entstand so das Porträt eines zurückhaltenden Ausnahmekünstlers, der trotz seines großen Erfolges mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist. Allerdings schmälern die wenig Kino tauglichen Bilder das Vergnügen.



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