Ein Mord in Verbindung mit illegalem Kunsthandel führt - kurz nach Öffnung der Mauer - zu ersten Ost-West-Kontakten auf kriminalistischem Gebiet. Schimanski (Götz George. Foto l., mit Eberhard Feik) und Thanner ermitteln gemeinsam mit ihren populären Kollegen Fuchs und Grawe aus Berlin-Ost: Gemälde aus DDR-Besitz, die im Zuge der Devisenbeschaffung von Museen und Privatpersonen abgepresst wurden, sind nach der Wende von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern beiseite geschafft worden und sollen nun über die alten Kanäle in den Westen verhökert werden. Als Schlüsselfigur vermutet die Kripo den in Düsseldorf ansässigen Kunsthändler Schrader. Als in Duisburg die Leiche eines in der DDR polizeilich gesuchten Mittelsmannes gefunden wird, ist das für die Ost-Kommissare ein willkommener Anlass für eine Dienstreise in den Westen. Die Ermittlungen, die sie gemeinsam mit Schimanski und Thanner durchführen, verlaufen jedoch ergebnislos: Zum einen kann der "Kunstfreund" belegen, dass seine DDR-Geschäfte völlig legal waren, und zum anderen gibt es keinen brauchbaren Hinweis darauf, dass er mit dem Mord zu tun hatte. Die vier Kommissare vermuten jedoch, dass Schrader - nachdem sich die Kripo für ihn interessiert hat - ein zu heißes Eisen für seine Hintermänner geworden ist. Sie werden sich nach neuen Abnehmern für die Gemälde umsehen müssen, nach Leuten mit Geld. Schimanski und Thanner beschließen, selbst diese Rolle zu spielen ...

Regisseur und Autor Helmut Krätzig, der zu DDR-Zeiten 20 Folgen der überaus erfolgreichen "Polizeiruf 110"-Reihe inszenierte, war prädestiniert für diesen Fall, in dem im Jahr nach der Wende das Duisburger "Tatort"-Ermittler-Duo George/Feik auf die ostdeutschen Kollegen alias Peter Borgelt und Andreas Schmidt-Schaller trifft. Zusammen mit seinem Koautor, dem bekannten Produzenten Veith von Fürstenberg ("Leo", "Alice in den Städten"), entwarf Krätzig eine Geschichte, die sich so durchaus abgespielt haben könnte. Vieles erinnert hier an die Machenschaften des Alexander Schalck-Golodkowski, der in der DDR und noch in der Wendezeit mit seiner Firma "Kunst und Antiquitäten GmbH" (KuA) eine landesweite Ausplünderung von Privatpersonen zwecks Devisenbeschaffung für den bankrotten Staat betrieb.

Foto: WDR/Vogelmann