Der für den Verfassungsschutz verdeckt ermittlende Daniel erschießt bei einem Einsatz in der rechten Szene zwei Neonazis. Nach dem Vorfall bittet er seinen Vorgesetzten, seine Arbeit als Ermittler niederzulegen. Gesagt, getan: Aus Sicherheitsgründen bezieht er eine vollkommen leere und heruntergekommene Wohnung im Berliner Neukölln. Dort will er nach den Geschehnissen für einige Zeit untertauchen und die Erinnerungen an sein früheres Leben vergessen. In Abbas Geschäft will er nur einen Fernseher kaufen , doch ehe er sich versieht, ist er mit dem arabischen Gebrauchtwarenhändler befreundet. Dank ihm und seinem Kumpel Jamal gewinnt er das Vertrauen in die Menschen zurück. Als der Verfassungsschutz bei ihm auftaucht und er seine neuen Freunden verraten soll, holt ihn sein altes Leben wieder ein ...

Mit dieser Tragikomödie gibt Cüneyt Kaya sein Regiedebüt. 1980 in Berlin-Wedding in eine türkische Familie geboren, ist er in der muslimischen Gemeinschaft aufgewachsen. Kaya, der auch das Drehbuch verfasste, will in seinem Erstlingswerk aufzeigen, dass die Klischees - Neukölln als nicht integrationsfähiger Bezirk - über das sozial schwierige Viertel nicht zutreffen müssen. Leider krankt der Film an der Rahmengeschichte, die Kaya nicht immer schlüssig und glaubwürdig erzählt. Punkten können dafür die Schauspieler. Kida Khodr Ramadan ("Knallhart") glänzt als Abbas und auch Burak Yigit ("Westerland") kann durch sein Spiel überzeugen. Frederick Lau ("Das Leben ist nichts für Feiglinge") würde hingegen ein etwas differenziertere Mimik gut zu Gesicht stehen.

Foto: Senator Filmverleih